Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

hänger, m.

hänger, m.
1)
in mitteldeutschen quellen der henker (vergl. hängen I, 1 sp. 449); carnifex henger, bluetrichter Dief. 102ᵇ (aus Trochus); doch sie (die groszen diebe) werden wol gehengt werden, und erschrecklicher, denn wenn sie von dem henger angeknüpft würden. Luther 4, 527ᵇ; fluchend und betheuernd: geh zum hänger, abi in malam rem! Steinbach 1, 695; was fängst du, zum hänger, für ein gewäsche an, quas, malum! ambages mihi narrare occipis. das.;
zum henger weg und lasz uns gehen!
P. Rebhun Susanna 5, 119.
2)
allgemein der da hängt, hangen läszt, in der zusammensetzung kopfhänger 5, 1774. dann auch hängerin (kopfhängerin), hängerisch (kopfhängerisch), hängerei (kopf- und ohrenhängerei. J. Paul Tit. 2, 229).
3)
hänger nennt der schiffer tauenden von mäsziger grösze, die an den brassen herabhangen. Jacobsson 2, 211ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1869), Bd. IV,II (1877), Sp. 453, Z. 38.

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hunger höllenstrasze
Zitationshilfe
„hänger“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/h%C3%A4nger>, abgerufen am 25.10.2021.

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