Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

hänschen

hänschen,
die mitteldeutsche verkleinerungs- und koseform des namens Hans, der mehr oberdeutschen Hansel, Hänslein (s. d.) gegenüber: wo ist denn mein allerliebstes Hensichen? Luther 3, 405ᵃ. es steht in allgemeiner verwendung wie Hans 1 (sp. 455): was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr, wo es den gegensatz des kindes zum manne hervorhebt;
und wofern sich lauter grobheit an dem zarten Hänszgen zeigt,
so bleibt Hansz in alten tagen dieser tugend auch geneigt.
Philander v. d. Linde verm. ged. (1710) s. 66;
was Hänschen versäumt, holt Hans nicht mehr ein.
Bürger 67ᵇ.
als name eines narren oder zwerges: siehe Hänszgen, hier schenke ich dir eine uhr, sagte die herzogin Maria Anna in Portugal zum zwerge. Schmaucher Carl VII s. 45. daher einen zum Hänschen haben, zum besten. Germania 5, 320. Hänschen im keller ist eine verblümte redensart für das kind im mutterleibe, s. 5, 514; auch englisch heiszt es Jack in the low, Jack in the cellar;
ihr selber sollt mich lustig sehen,
und zwar, es wird gewisz geschehen,
wann Hännszgen aus dem keller schleicht.
Picander 3, 480.
birkengretchen und karbatschenhänschen für ruthe und peitsche, s. 2, 39.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1869), Bd. IV,II (1877), Sp. 462, Z. 43.

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Zitationshilfe
„hänschen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/h%C3%A4nschen>, abgerufen am 22.10.2021.

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