Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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hänselei, f.

hänselei, f.
das foppen, zum narren haben (s. hänseln 2).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1869), Bd. IV,II (1877), Sp. 464, Z. 32.

hansel, hänsel, hänselein

hansel, hänsel, hänselein,
koseform des namens Hans: was Hänsel nicht lernt, das lernt Hans nimmermehr, quod quis non discit in juventute non discet in senectute. Steinbach 1, 698. wie Hans und Hänschen in verschiedenen characteristischen verwendungen.
1)
als name eines narren: Hansel närrischer mensch. Kehrein 186;
awee, Hansel, sol ich des mantels enpern?
du pöser unseliger Hensel, ganst du mir nit so viel eern?
fastn. sp. 674, 26;
du pöser schemlicher Hensel!
674, 32;
daher für einen hansel halten, einen zum besten haben, aus Tirol. Fromm. 5, 448; dann weiter, eben auch appellativ angewendet, bezeichnung eines lotterbuben, umherziehenden lustigmachers:
dar usz (aus dem studenten) wurt dann ein henselin.
Brant narrensch. 27, 32.
er (Murner) .. gibt auch ein guͦten henselin. Karsthans, anhang zu Murners luther. narren 190, 17 Kurz; in der weiterbildung henseliner: Crobilus war ein Riffianer, henszeliner und huͦrnfürer. Agric. sprichw. (1560) s. 143ᵇ. Frisch 1, 416ᵃ führt henseliner als einen der den wein verfälscht und mengt, aus Mathesius auf.
2)
wie Hans sp. 459 in verbindung mit andern characterisierenden beinamen: dasz sie (die bilder) auf dem altar prangen, und von Hänszlein jederman andächtigklich angebett werden. Fischart bienk. 140ᵇ; unterwegs kamen zween kerl zu mir; darvon war der eine Hännslein groszer knecht, oder wolte es wenigst sein, dann er schnitte auf von seinen weiten reisen, die er kürzlich vollbracht und mit höchster gefahr überstanden hatte. Simpl. 3, 410 Kurz.
3)
wie Hans sp. 458 als thiername verwendet: alle leute in der nachbarschaft wuszten von dem Hansel (dem staar von Segringen) zu erzählen. Hebel schatzkästl. (1859) s. 224; Hänsel sehr gewöhnliche benennung eines pferdes. Schm. 2, 215;
der muntre Hänsel (ein hase) ist zufrieden,
und schätzt sich groszen Hansen gleich.
Hagedorn 2, 34.
4)
Hänsel, Hänslein für penis:
mir lag ein weip gar hart im sinn,
das ich ir wolt mein Henslein geben.
fastn. sp. 260, 22.
5)
Hänsel am wege, pflanzenname: für den wegetritt, polygonum aviculare Nemnich 4, 1027, und in Oestreich auch für die taube gerste, hordeum murinum. 3, 176.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1869), Bd. IV,II (1877), Sp. 463, Z. 59.

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Zitationshilfe
„hänselein“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/h%C3%A4nselein>, abgerufen am 27.10.2021.

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