Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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haarig, härig, adj. und adv.

haarig, härig, adj. und adv.,
crinitus, pilosus, hirsutus, engl. hairy, schwed. haͦrig, dän. haarig: der härig bock ist der könig in Græcia. Reiszner Jerus. 2, 47ᵇ; und wie etlich sagen, der aff habe ein zottächt dick haar, so sicht man das si unden am bauch und überall an allen glideren, die sich wie andere thier uff die erden neigend, haarig sind. Forer thierb. 1ᵃ; seine (des neuen statisten) augen sein mehr als lüchsen, auf alle renken ihme geld zu machen: hingegen die ohren, dem bono publico zu dienen, härig und mit wachse erfüllet. Butschky Patm. 297; die karfunkeln am haarigen kinn. Kotzebue dram. spiele 1, 25. Im uneigentlichen sinne sagt vornehmlich die heutige studentensprache ein haariger (tüchtiger) kerl, wobei man sich an das erinnern musz, was oben unter haar III, 10 (sp. 16) über den vollen haarwuchs als zeichen der kraft und tüchtigkeit gesagt wurde; auch eine sache ist haarig schwer, haarig theuer, indem die vorstellung der kraft und tüchtigkeit in die des hervorragenden, ungewöhnlichen, übergeht. ferner im gemeinen leben das ist haarig, stark, ungeheuerlich. da giengs haarig her in hohem grade heftig oder wild; ebenso haarig schwätzen unflätig, ohne scham. anders ist in Baiern haarig erbärmlich, schlecht, gewöhnlich in verbindung mit nissig, lausig stehend: es gêt mir hârig, lausig; ein hâriger, nissiger kerl Schm. 2, 225; zum verständnis dieser redensarten müste man etwa an ein haar in einer sache finden für widerwillen, ekel haben (sp. 19) anknüpfen, denn das von Schmeller zur deutung zweifelnd herangezogene ahd. harac lugubris (Graff 4, 465), das nur einmal gewährt wird, steht für charac und ist das heutige karg (5, 213). Da haarig, wie das vorhergehende wort, nur schwankend umlaut erfahren hat, so erscheinen auch seine composita bald mit, bald ohne diesen: blondhaarig, blondhärig; ebenso braun-, drei-, dunkel-, dünn-, flachs-, gauch-, kraus-, kurz-, lang-, rauh-, roth-, schön-, schwarz-, wider-haarig und -härig, doch bevorzugt die heutige sprache die unumgelautete form.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1868), Bd. IV,II (1877), Sp. 30, Z. 43.

häricht, härig, adj.

häricht, härig, adj.,
s. haaricht und haarig sp. 30.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1869), Bd. IV,II (1877), Sp. 478, Z. 63.

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Zitationshilfe
„härig“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/h%C3%A4rig>, abgerufen am 28.10.2021.

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