Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

härtlich, adj.

härtlich, adj.
1)
duriusculus: hertlächt und käch pfersich, duracina persica Maaler 219ᶜ; hertlächte beere, einer herten hülschen, duracini das.; er (Christus) nimpt etwas hertlichs, das der speise ehnlich ist, nemlich sein leib, und etwas weichlichs, das dem trank ehnlich ist, nemlich sein blut. Luther 3, 70ᵃ; der braten, den ich ihnen schicke, wird von härtlicher natur sein. Göthe an frau v. Stein 1, 369; nd. hardlike kost nicht leicht verdauliche speise brem. wb. 2, 597; sollte auch lesern von ziemlich gesunder verdauung nicht oft etwas härtliches aufs herz stoszen? Herder 1, 35; übertragen zum scharfen, strengen hinneigend: man erlaube mir die etwas härtlichen ausdrücke des gesetzes ein wenig zu mildern. Klopstock 12, 70. mehrfach geradezu für hart, scharf, streng gesetzt:
ein kiselstein muͦsz für (feuer) usztragen,
wan er zu hertlich würt geschlagen.
Murner luther. narr 83;
und wil die zarten (nonnen) hertlich halten.
1489.
2)
hartlich, ohne umlaut, in der bedeutung abgehärtet, nicht verweichlicht; adverbial:
da die eltern hartlich leben
da pflegts auch stark kinder zu geben.
Fischart ehz. 571.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1870), Bd. IV,II (1877), Sp. 516, Z. 6.

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Zitationshilfe
„härtlich“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/h%C3%A4rtlich>, abgerufen am 27.10.2021.

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