Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

häuptlein, n.

häuptlein, n.
kleines haupt, köpfchen: capitulum hauptel, heüplin Dief. 97ᶜ;
1)
im eigentlichen sinne, an menschen und thieren: die andern (schwalben) .. habent diu häuptel von enander gekêrt. Megenberg 201, 7; thut ihm (dem manne) dann das häuptlin weh. Garg. 71ᵇ; als unser doctor nun viel jahr, wie ihr gehört, wider die münch und schwermer heftig gestritten .. und sehr ein schwaches häuptlein bekam. Schuppius 828; (der ermüdete schneider) bewegte sein zartes häuptlein wie ein betrübtes lämmerschwänzchen. Heine 1, 22.
2)
bei schätzung des viehs nach stückzahl (s. haupt sp. 603): ein rekrut .. betrachtete einmal das schilderhaus unten und oben und hinten und vornen, wie ein förster, wenn einer einen baum schätzt, oder ein metzger ein häuptlein vieh. Hebel (1853) 2, 177.
3)
übertragen, der emporstehende theil an dingen: daʒ daʒ häuptlein an dem prüstel roeter wirt und auch die âdern an dem selben häuptlein werdent roeter. Megenberg 40, 20.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1870), Bd. IV,II (1877), Sp. 619, Z. 9.

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Zitationshilfe
„häuptlein“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/h%C3%A4uptlein>, abgerufen am 20.10.2021.

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