Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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häuptling, m.

häuptling, m.
1)
oberhaupt, anführer. das wort ist zufrühest im altfriesischen bezeugt als hâvding und hâvdling, wo es ein mitglied des friesischen adels bezeichnet (Richthofen 799ᵇ. 800ᵇ); in welchem sinne die hochdeutsche form häuptling noch Adelung (1796) ausschlieszlich anführt. wenig später ist das wort in allgemeinerer bedeutung von den hochdeutschen schriftstellern häufig gebraucht: dasz nicht nur jeder häuptling (unter den deutschen dichtern), sondern auch jeder angeordnete seine selbstständigkeit festhielt. Göthe 31, 40;
den Saracenen, die Luceras burg
bewohnen, bin zum häuptling ich gesetzt.
Uhland ged. 182.
2)
häuptling, vinea capitata, im gegensatz zur armrebe, vinea brachiata.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1870), Bd. IV,II (1877), Sp. 620, Z. 17.

häuptlings, adv.

häuptlings, adv.
praecipitanter:
hoch in die bläuliche luft aufragte die herrliche veste,
und in die fluth, die, sanft ergossen, im schimmer des morgens
ruhete, sank ihr bild, doch häuptlings hinunter zum abgrund.
Pyrker Tunis. 5, 122;
seitwärts sprang sein ross, und er sank, festhaltend den zaum noch,
häuptlings hinab.
6, 167.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1870), Bd. IV,II (1877), Sp. 620, Z. 36.

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Zitationshilfe
„häuptlings“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/h%C3%A4uptlings>, abgerufen am 28.10.2021.

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