Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

häuschen, n.

häuschen, n.
kleines haus.
1)
im eigentlichen sinne:
ach Amor dasz ich möcht als eine fliege werden,
mich dünkt ich stünde wol am besten hier auf erden.
ich wolt ein häuszichinn aufbauen bei dem mund
der jenen die ich weisz, darinn ich wohnen kundt.
Opitz 2, 145;
die menschen steckten in ihren niedlichen, netten häuschen, die über der halde an den schroffsten abhängen und bis auf die bergspitzen zerstreut liegen; niedliche, nette häuschen, gewöhnlich mit einer langen, balkonartigen galerie. H. Heine 2, 55;
an Reichenbachs bröcklichte mauer
lehnt sich das häuschen, wo streit kaum mir ein stübchen gewann.
Arndt ged. (1840) 246;
in dem garten steht ein häuschen
still von linden überdacht.
R. Reinick lieder 119.
den plur. häuserchen statt des gewöhnlichen häuschen braucht Göthe als anklang an die heimische mundart, die dergleichen bildungen liebt: sehr viele häuserchen stehen unmittelbar in den canälen. 27, 107.
2)
häuschen, verblümt für abtritt, wie englisch the little house; so in Obersachsen. Rüdiger neuest. zuw. 2, 82; aber auch anderweit, z. b. in der Wetterau: aufs häuschen gehen. vgl. häuslein.
3)
die redensart aus dem häuschen sein, kommen, die fassung verlieren, ist nach dem bei haus II, 5, h (sp. 647) ausgeführten zu ermessen: Berthold kam in dem fremden wesen ganz aus seinem häuschen. Arnim kronenw. 1, 71;
warum bist du gleich auszerm haus,
warum gleich aus dem häuschen,
wenn einer dir mit brillen spricht?
Göthe 3, 161.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1870), Bd. IV,II (1877), Sp. 655, Z. 1.

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Zitationshilfe
„häuschen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/h%C3%A4uschen>, abgerufen am 19.10.2021.

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