Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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höckericht, adj.

höckericht, adj.
mit einem höcker versehen, ungut auch höckerig geschrieben. neben der mhd. form hovereht gibbosus, die schon im ahd. hovaroht vorhanden, erscheinen die jüngern formen hogereht und hokereht (Lexer mhd. wb. 1, 1320) und als jüngste auch hockericht, hogkericht gibbosus Dief. 262ᵃ (vgl. oben unter höcker), die wir in der verderbung hackericht sp. 105 bereits vorführten. Das wort ist bezogen
1)
auf menschen und thiere: der an einem fus oder hand gebrechlich ist, oder höckericht ist. 3 Mos. 21, 20; gleich einem höckrichten. Schuppius 406; ein gesellschaftsspiel führt den namen des hökkerichten hoffemanns (hofmanns). Wesenigk spielsieben (1702) 16;
du gleichest dem Aesop; doch dein verstand ist klein.
der kern der bucklichten räumt dir gewisz nicht ein,
so dumm als höckericht, und dennoch stolz zu sein.
Hagedorn 1, 84;
schielend war er und lahm am anderen fusz. und die schultern
höckerig.
Ilias 2, 218.
bei Keisersberg hochrecht: einer hat ein krum angesicht, der ander ist hochrecht, lam oder runzlecht. bilg. 220ᵈ.
2)
auf dinge, die unebenheiten zeigen: streusand, womit ich die schriftzüge etwas unleserlich und höckerig gemacht. J. Paul Siebenk. 1, xiv. technisch: höckericht mineral, das bald gröszere, bald kleinere, bald stumpfe und scharfe erhöhungen und vertiefungen hat; höckriges blatt nennt der gärtner das blatt, welches mit einem dergestalt häufigen marke ausgestopft ist, dasz es auf beiden seiten erhöht wird. Jacobsson 6, 90ᵃ; höckerigt, wird beim kupferstecher von der wirkung der einschnitte ins kupfer gesagt, welche mit einer zitternden hand gezogen sind, das zittern mag nun von einer schwachheit, oder von der kunst herrühren. 2, 269ᵃ; der höckerige mond, luna gibba Frisch 1, 459ᵇ; sein eignes höckeriges gesicht. J. Paul Tit. 2, 105;
wiewol sie (die nase) ist högricht und krumb.
H. Sachs 3, 3, 15ᶜ;
namentlich oft auf das erdreich: alle tal sollen erhöhet werden, und alle berge und hügel sollen genidrigt werden, und was ungleich ist, sol eben, und was höckericht ist, sol schlecht werden. Jes. 40, 4; ich wil die finsternis fur inen her zum liecht machen, und das höckericht zur eben. 42, 16; an orten, wo gar kein pflaster und die gegend höckericht ist. Möser patr. phant. 3, 156;
rauhe furchen, weisz von reif, öde höckerichte fluren.
Hagedorn 2, 14;
fortwandelnd den höckrichten weg des gebirges.
Odyssee 17, 204.
bildlich: der .. menschliche verstand verwirft zuletzt die vielen unterscheidungen, die ihm nur mühe und den weg seiner erkenntnis höckericht machen. Möser verm. schr. 2, 122; weil sie den einfachen natürlichen geschmack im putz und sitten dem höckerichten parfümierten stadtgeschmack vorzog. Miller Siegw. 1, 85; wegzukommen über das höckerige, kalte leben. J. Paul Tit. 3, 173; eine höckerige (ungleiche) schreibart. Adelung.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1874), Bd. IV,II (1877), Sp. 1651, Z. 79.

höckerig, m.

höckerig, m.
name einer pflanze, cynometra, auch hundsscham, hundsschwamm. Nemnich 2, 1343.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1874), Bd. IV,II (1877), Sp. 1652, Z. 52.

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Zitationshilfe
„höckericht“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/h%C3%B6ckericht>, abgerufen am 28.10.2021.

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