Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

höhneisen, n.

höhneisen, n.
schandeisen, wol dem sinne nach dasselbe wie mhd. lasterblech (Renner 9160. 9186); ursprünglich ist das anhängen des höhneisens als strafe für einen verbrecher zu denken, den man dadurch vor dem volk kenntlich macht, später ist nur die abgeblaszte redensart geblieben (wie einem etwas anhängen 1, 368):
ein jeder achte seiner sterke
bei seiner eigen that und werke, ...
vermesz sich nicht mehr, denn er kan,
sonst hengt man ims höneisen an.
B. Waldis Esop 1, 63, 20;
wer thet des wegs hingahn,
so wardts zwar keim von im geschenkt,
dem ers höneisen nit anhenkt.
4, 38, 16.
vgl. auch klemperlein 4, theil 5, 1143.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1874), Bd. IV,II (1877), Sp. 1725, Z. 18.

Im ¹DWB stöbern

a b c d e f g h i
j k l m n o p q r
s t u v w x y z -
hunger höllenstrasze
Zitationshilfe
„höhneisen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/h%C3%B6hneisen>, abgerufen am 23.10.2021.

Weitere Informationen …


Weitere Informationen zum Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)