Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

höllenloch, n.

höllenloch, n.
hölle unter der vorstellung eines loches oder einer grube:
und fellt zuͦ letst zuͦ boden doch
zuͦ Lucifer inns hellenloch.
Brant narrensch. 92, 88;
als Lucifer fuhr gar zu hoch,
da fuhr er ab ins höllenloch.
Logau 2, 89, 54;
drum bleib ein weinig (wenig) stehen,
wir wollen erst das höllenloch,
den schwefelpfuhl, des satans joch
mit rechtem ernst betrachten.
Rist himl. lied. 5, 270.
auch loch das von der hölle (im mittelpunkt der erde) zur oberfläche aufgerissen ist: mitten in der stat zuͦ Rome det sich die erde uf und wart ein gros hellenloch do: us dem loche ging für, rouch und böser gesmag .. do frogetent die Römer iren apgot, was sü tuͦn soltent, das dis schadeber loch und für zerginge. d. städtechr. 8, 323, 7; donoch wart eine kirche gebuwen an die selbe stat in sant Anthonien ere, die heiszet noch hütes tages die kirche bi dem hellenloche. 324, 2. endlich, im gemeinen leben, loch wie das der hölle, abscheuliches loch: von einer ganz schlechten wohnung sagt man das ist ja ein höllenloch.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1874), Bd. IV,II (1877), Sp. 1753, Z. 24.

Im ¹DWB stöbern

a b c d e f g h i
j k l m n o p q r
s t u v w x y z -
hunger höllenstrasze
Zitationshilfe
„höllenloch“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/h%C3%B6llenloch>, abgerufen am 17.10.2021.

Weitere Informationen …


Weitere Informationen zum Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)