Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

hornen, hörnen, hörnern, adj.

hornen, hörnen, hörnern, adj.
corneus; ahd. hurnîn, mhd. hürnîn, hurnîn und hurnen. im nhd. geht die form hürnen noch durch das 16. jahrh., wenigstens in den oberdeutschen quellen: hürnin corneus, hürnin und hert wie horn werden, cornescere, hürniner schnabel, corneum rostrum Maaler 232ᵃ; Octavius hat das thier mit einer hürnen nasen, naszhorn genannt, in seinem triumph eingefürt. Reiszner Jerus. 2, 78ᵃ;
alle sein pferdt zurichten lies,
die waren aus der kefer art
mit hürnen parsen (rüstungsstücken) wol verwart.
mückenkr. 1, 326.
die form hornîn, mitteldeutsch schon früh nachgewiesen (Lexer mhd. wb. 1, 1397), ist als hornen und hörnen später gebräuchlich:
die verschamt hörnin hurnstirn.
Fischart dicht. 2, 263, 856 Kurz;
hörnin Stieler 776; hornen corneus Frisch 1, 469ᵃ; eine hornene schnupftobacksdose. J. G. Jacobi werke (1770) 1, 31; hörnen, mit einer hornhaut versehen: den hörnenen Siegfried. Siegfr. v. Lindenb. 1 (1790), 85. daneben seit dem 17. jahrh. hörnern, was jetzt die oberhand gewonnen hat (vergl. zur entstehung derselben bei hölzern sp. 1770): da er zuvor gethan, als ob er den hörneren Seyfried fressen wolte. Schuppius 264;
mancher meinet, dasz er tapfer als ein hörnern Seyfried sei.
Logau 3, 182, 51;
hörnerner bogen, corneus arcus Stieler 776; eine hörnerne messerschale, manubrium cultri corneum Steinbach 1, 788.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1875), Bd. IV,II (1877), Sp. 1823, Z. 41.

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Zitationshilfe
„hörnern“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/h%C3%B6rnern>, abgerufen am 06.07.2020.

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