Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

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hü,
in der fuhrmannssprache, antreibender zuruf: hü, schimmel! in Düringen auch hüa! hü und hi Tobler 278ᵃ. auch zuruf an das zugvieh, links zu gehen (gegensatz zu hott). vgl. hi sp. 1305.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1875), Bd. IV,II (1877), Sp. 1849, Z. 8.

hu, interj.

hu, interj.
in mehrfacher verwendung.
1)
ein brummen bezeichnend: darumb solt du nit allweg über sy (deine zöglinge) brummen als ein brummender ber und ymermeder machen hu hu. Keisersberg has im pf. Cc 8ᵇ.
2)
jämmerliches heulen wiedergebend:
M. hü, hü! es wird mir noch, hü hü! das herz zersprengen.
E. was gibts denn? M. u hu hu, ich soll heut abend hängen!
Göthe 13, 32.
3)
das gefühl des schüttelnden frostes malend: wenn er (der vogel, eine eulenart) schreit, sô schreit er zitternt hu hu hu, als ob in friese oder er zandklaffe vor froscht. Megenberg 224, 15; o schu, schu, kalt, kalt, o weh! hu, hu, hu, wie friert mich so sehr. der verirrte soldat 80; huh! wie das eiskalt durch meine adern schauert! Schiller kab. u. liebe 5, 7;
hu! fieberfrost! wie schüttelst du mein haupt!
Gökingk lied. zweier lieb. (1779) 82;
o weh! in den busen hinab läufts (das wasser)!
hu! wie kalt!
Voss 2, 104;
dann liesz er still das buschige fleckchen,
und zitterte, und sagte: hu!
Freiligrath dicht. 3, 85.
norwegisch hututu, interjection des frierens. Asbjörnsen norske folkenventyr s. 202.
4)
am gewöhnlichsten schauder, plötzlich packendes entsetzen ausdrückend: und als sy in das haus kam, sprach sie zu den andern dirnen huw was ubergroszen übels. Steinhöwel (1555) bl. 7; hu, er ist heisz! Klinger theater 4, 116;
hu, wenn ich dessen gedenke mit grausen,
so überläuft mich eine gänsehaut.
Kotzebue dram. sp. 1, 309,
hu! ich erschrak!
Voss 2, 99;
nie kam mir damals in dem sinn,
ihr (ermordeten) könntet wieder auferstehen!
hu — ob ihrs könnt!
Freiligrath dicht. 3, 65.
gern mehrfach gesetzt: hu hu hu du böses weib! A. v. Eybe Plautus 102ᵇ; ein bajonetstich? hu! hu! Kotzebue dram. sp. 3, 201;
ha sieh! ha sieh! im augenblick.
huhu! ein gräszlich wunder!
Bürger 15ᵇ;
hu hu! despotenhudelei!
gott wahre mich vor sclaverei.
20ᵇ;
das grausen weht, das wetter saust,
und aus der erd empor, huhu!
fährt eine schwarze riesenfaust.
71ᵇ;
hu hu! weh, weh, oh mitte der nacht!
Platen 264.
5)
auch das komische entsetzen bezeichnend: Franziska. herr wachtmeister! Werner (mürrisch). geh sie! Franz. hu! was sind das für männer! Lessing 1, 597;
hu hu! mit welchem feuerblicke
die schelmin dort mir lieblich winkt!
Kotzebue dram. sp. 1, 30;
selbst nur komisches erstaunen: hu! würde ein stolzer algebraist murmeln, ihr mein freund ein philosoph? laszt einmal sehen. Lessing 11, 28.
6)
hu, hetz- und jagdruf: er spottete des wilden jägers und schrie: huhu, huhu, kliffklaff, kliffklaff! und hetzte die hunde noch mehr an. Grimm deutsche sagen no. 173; hurra! hu sa sa! hinten drein, camaraden! Fr. Müller 2, 112;
da höret man: juch schwein! hu sau! hu säulein! schreien.
Opel u. Cohn 279, 71.
geschrei eines tobenden mordlustigen:
hie mit schray er huͤ huͦ
und ward wider unsynnig als ee.
Vindler blume d. tug. bei Haupt 9, 92.
vgl. hussa.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1875), Bd. IV,II (1877), Sp. 1848, Z. 7.

hu, m.

hu, m.
in der redensart in einem hu, sofort, augenblicklich: ich wiszt im wol in einem hu zuͦ helfen. Wickram rollw. 116, 25 Kurz. vgl.hui.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1875), Bd. IV,II (1877), Sp. 1848, Z. 71.

hu, m.

hu, m.
strix bubo, wegen seines geschreis (vergl. oben hu no. 3): ahd. huo bubo Graff 4, 836; bubo huwo, huo, huw, hue, hüw, hw, haw Dief. 82ᶜ; strix wff ł huw 556ᶜ; der sperber mit seiner art, das keuzlin, der huw .. sol euch unrein sein. Züricher bibel 1530 98ᵇ; man soll ein spärling nemmen, und ime die flügel oder füszlin hart zusammen binden, und also denselbigen lassen schreien, so fliegen andere vögel zu, und wöllen ime helfen, dann sie meinen nicht anders, dann ein hu oder ein kauz habe ine irgends gefangen. Sebiz feldb. 611. vgl.hub undhuhu.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1875), Bd. IV,II (1877), Sp. 1848, Z. 74.

, interj.

hü, interj.
eines schluchzenden:
Esth. so sag mir was du willt, und hör nur auf zu weinen!
Mard. hü hü! es hälts mein herz, hü hü! es hälts nicht aus.
Göthe 13, 32,
s. die fortsetzung dieser verse unter hu 2.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1875), Bd. IV,II (1877), Sp. 1849, Z. 3.

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Zitationshilfe
„hü“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/h%C3%BC>, abgerufen am 11.07.2020.

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