Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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hübsche, f.

hübsche, f.
seltener für hübschheit, s. unten.
1)
glanz, würde der äuszern stellung: hüpsche dignitas Dasyp.; die hübsche des herren ist erhöcht über die sternen. Keisersberg sünden d. munds 86.
2)
schönheit, anmut der form: hüpsche, pulchritudo, forma, venustas, species u. s. w. Dasyp.; die hübsche nimpt ab nach hinfal der jaren, fit minor annis forma. Maaler 232ᵃ; dyn hübsche macht dich unfletig. Cyrill 39ᵃ; die natur verwundert sich ab der natürlichen hübsch. 79ᵇ; von der lyblichen hübsche. das.; die heilige schrift ist als ein spiegel, .. da mügen wir unszere ungeschaffne und hübsche erkennen. Keisersberg irrig schaf 50ᵃ; die götliche zierde und hübsche. bilg. 91ᶜ; von der hübsche einer sölchen gnadenrichen sele verwunderen sich sunn und mon, wenn ire hübsche mag nit verglicht werden mit diser sele. das.; solche ob beschrybne meinung diendt als mer zu underschyd dann zu gestalt der hübsche. Dürer vier bücher menschl. proport. Q iijᵇ; verbunden mit dem gleichbedeutenden schöne: solche sorg pflegen sie auf ire schöne oder hüpsche zu wenden. Micyll. Tacit. 449ᵇ; es gab ir auch gott darüber eine schöne und hüpsche. Zürcher bibel 1530 615ᵇ (Judith 10, 4; cui etiam dominus contulit splendorem vulg.); umb seiner hüpsche und schöne wegen. Amadis 38; man sol der hüpsche und schöne nit vertrauwen, non credendum colori. Maaler 232ᵃ. — Noch jetzt schweizerisch: dann kam ihm wieder vor, dasz man am ende von der hübschi nicht leben könne. J. Gotthelf Uli d. knecht (1870) s. 78; ich sagte: schon mit manchen vornehmen herren hätte ich geredet, gehör hätte mir jeder gegeben, abgehen werde ihm nichts an seiner hübsche, wenn er schon ein paar worte höre. Uli d. pächter s. 78. vgl. hübschte.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1875), Bd. IV,II (1877), Sp. 1855, Z. 46.

hübschen, verb.

hübschen, verb.
1)
hübsch machen: wir sechen das die zierung und das aufmutzen die frawen hüpscht und das alter jünger und die jungen noch jünger scheinen macht. Wirsung Calixstus (1520) R ijᵃ. in Düringen heiszt sich anhübschen zierliche kleidung anlegen: ich musz mich erst anhübschen; die frau hat sich einmal angehübscht!
2)
hübschen, hübsch, nett, schön werden. in der Schweiz. Stalder 2, 58.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1875), Bd. IV,II (1877), Sp. 1855, Z. 76.

hübscht, adj.

hübscht, adj.
für und neben hübsch, in elsässischen quellen: so wir doch alle ding wöllen hübscht haben und wol geziert, und uns selber versumen. Keisersberg bilg. 91ᶜ; des verwundert sich der liebhaber der sele, das sie also gar hübscht ist, und spricht zuͦ ir also canticorum am sibenden wie hübscht ist din gang in den schuͦhen. 91ᵈ; dise schuͦw der tugenden do von du seist, sint nit gar hübszte zierungen, sie solten mich wol mer verwüsten weder hübsch machen. das.; gienge strack .. in den anderen breiten hübschten gebahnten weg. Philander 1 (1642) 286.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1875), Bd. IV,II (1877), Sp. 1857, Z. 57.

hübschte, f.

hübschte, f.
für hübsche: sie wellen alle ir ding hübsch haben, aber nach der hübschte der sele frogen sie nit vil. Keisersberg bilg. 91ᶜ; fraw myn, dein clarheit uberlengt und ubertrifft alle hübste diser welt. Marie himelfart 17ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1875), Bd. IV,II (1877), Sp. 1857, Z. 67.

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Zitationshilfe
„hübschen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/h%C3%BCbschen>, abgerufen am 30.07.2021.

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