Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

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hüllen, n.

hüllen, n.
decke, umhüllung, für das gewöhnliche fem. hülle: und er wird auf diesem berge das hüllen wegthun, damit alle völker verhüllet sind, und die decke, damit alle heiden zugedeckt sind. Jes. 25, 7.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1875), Bd. IV,II (1877), Sp. 1899, Z. 24.

hüllen, verb.

hüllen, verb.
celare. goth. huljan; ahd. hullan, mhd. hüllen; altnfr. bi-hullean; altn. hylja; von den urverwandten wörtern entspricht am meisten lat. oc-culere, die nähere verwandtschaft ist bei hehlen sp. 786 f. aufgezählt.
1)
die ältere sprache verwendet das wort nicht häufig: velare hullen Dief. 609ᵇ; hullen, palleare, tegere. voc. inc. theut. k 4ᵇ; den kopf hüllen, caput fascia quadam redimere, ut ii, qui cephalalgia laborant. Stieler 864; zureis er seine kleider, und hüllet einen sack umb sich. Jes. 37, 1, und mit rücksicht auf diesen jüdischen brauch bei Stieler a. a. o. gehüllet einher gehen, opertum ingredi, et metaph. tristiam prae se ferre; in bezug auf die kleidung auch in der reimenden formel sich hüllen und füllen (vergl. oben hülle 2): darumb sollen wir die weltliche güter nicht mehr brauchen, denn das man sich hülle und füll, und damit davon, und in ein ander land. Luther 2, 346ᵇ.
2)
vielfach in der neuern sprache, als gewählter ausdruck, wie das subst. hülle (s. d. 4), und schon früher verhüllen, und in mehrfacher construction.
a)
etwas hüllen, oder einen hüllen:
die finsternusz ist arg, weil sie viel sünden hüllet.
Logau 1, 228, 49;
und mein klagegesang ruft der vergangenheit
bis mich hüllet die rasengruft.
und die hüllet mich bald!
Hölty 93 Halm;
so neu verherrlicht leuchtete das angesicht
Pandorens mir aus buntem schleier, den sie jetzt
sich umgeworfen, hüllend göttlichen gliederbau.
Göthe 40, 407.
b)
einen oder etwas in etwas hüllen: so wird er (Apollo) ihn (den priester) gehüllt in dunkel, durch die feinde führen. Klinger 2, 96; erst als er alle blumen auseinander gespalten, alle freudig-zitternde vögel in den glanzhimmel gestreuet, in alle gipfel singstimmen gehüllt .. hatte. J. Paul Hesp. 4, 62;
und hüllt in blüthe den wald.
Ramler 1, 13;
der du dem blutenden Cäsar beim dolche des freundes das antlitz,
das noch den mörder liebreich straft, in purpur hüllst.
30;
(der mai) löst die haare des hains,
hüllt den schlehstrauch,
hüllt den hagdorn,
der den garten zäunet,
hüllt den kirschbaum in blüthenschnee.
Hölty 136 Halm;
so jammervoll, durch glaubenszwang entstellt,
gehüllt in öde finsternisse,
lag Deutschland einst.
Gotter 1, 426;
das töchterchen, lieblich erröthend,
hüllete schnell in die seide den schön aufwallenden busen.
Voss 1, 115;
(die göttin) wollte nicht mein blut, und hüllte rettend
in eine wolke mich.
Göthe 9, 20.
für den acc. bei in steht der dativ:
sitzt er noch im pelz, dem braunen,
wahrlich wie ich ihn verliesz,
noch gehüllt im rauhen vliesz!
41, 98;
oder statt solcher fügung ein adverb: da tritt herein, schwarz gehüllt, das schwert ihrer heimtückischen macht in der faust, die königin der todten. 33, 282.
c)
reflexiv, sich in etwas hüllen: dasz ihr euch jetzt, wie damals, in eure kalte eigenliebe hüllet, wenn uns das herz bricht. Göthe 20, 92;
dasz du in das geheimnis deiner zukunft
vor mir wie vor dem letzten stets dich hüllest,
wär unter keinem volke recht und gut.
9, 14;
in trübe wolken hüllt sich jenes bild,
so heiter du es mahlst, vor meinen augen.
280;
der jede maske kennt, in die auf dieser welt
die leidenschaft sich hüllt.
Gotter 1, 283;
du hüllst in räthsel dich.
2, 28.
d)
etwas um etwas hüllen: der mond hatte schon das südöstliche gewitter um sich gehüllt. J. Paul Hesp. 4, 49;
also sprach er und hüllte die stattliche wehr um die schultern.
Odyssee 23, 365.
3)
die neuere sprache braucht auch aus etwas hüllen, eine hülle wegnehmen, enthüllen:
hüllte das töchterchen dann aus bärenzottigem fuszsack.
Voss 2, 288 (idyll. 16, 188);
unter den thron lag jener geschmiegt und barg in des rindes
frische haut sich den leib, die dunkele Ker zu vermeiden.
eilig enttaucht er dem thron und hüllte sich rasch aus der kuhhaut.
Odyssee 22, 364.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1875), Bd. IV,II (1877), Sp. 1898, Z. 27.

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Zitationshilfe
„hüllen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/h%C3%BCllen>, abgerufen am 12.07.2020.

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