Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

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humpeln, hümpeln, verb.

humpeln, hümpeln, verb.,
iterativ zu dem unten folgenden humpen, in zwei hauptbedeutungen.
1)
schwerfällig und schlecht gehen, unterschieden von hinken, insofern als durch das letztere ein ungleichmäsziger gang, hervorgerufen durch einen fehler an einer bestimmten stelle der gehwerkzeuge, bezeichnet wird, während humpeln den durch allgemeine lähmung oder unvollkommenheit der glieder hervorgebrachten langsamen und schleppenden gang ausdrückt.Das wort steht in engster beziehung zu hampeln sp. 322 und den dort beigebrachten verwandten; es war als mundartlicher ausdruck auf Niederdeutschland eingeschränkt (im gegensatz zu humpen, was auch oberdeutsch erscheint, und hümpeln in der zweiten bedeutung), bis die neuere schriftsprache es allgemeiner gemacht hat: humpeln und humpumpen hinken, auch im tanz nachlässig hüpfen und schlendern Schütze 2, 171; humpeln, hunkeln, lahmen, lahm gehen, etwas hinken Schambach 88ᵃ mit humpelig, hunkelig, hinkelich, etwas hinkend, lahm; humpeln, schwerfällig gehen, hinken Fromm. 3, 285 (aus Jever); humpeln sich hinkend fortbewegen 5, 347 (aus der Ruhrgegend) u. s. w.; der gichtbrüchige humpelt an seiner krücke daher;
humpl ich dann auf beiden krücken
ihr mit sack und packe nach.
Hölty 206 Halm (bettlerode),
humpelt auf der krücke fort
zum wald.
Voss 2, 147;
erst nachdem die nacht völlig eingetreten ist, humpelt der wombat ins freie. Brehm illustr. thierl. 2, 57; im laufen über der erde humpelt der goffer schwerfällig dahin. 99; manchmal legt der seehund seine beiden ruder an den leib und humpelt ebenso rasch vorwärts als wenn er sie mit gebrauchen wollte. 781.
2)
humpeln, und gewöhnlich mit umlaut hümpeln, in übertragener bedeutung, langsam und schlecht etwas machen, ist allgemeiner verbreitet und weit früher in der schriftsprache bezeugt: humpelen, misere, quod agendum est, agere Schottel 1339; humpelen, hümpelen, misere quod agendum est agere, morari, tardare, languere, desidiae plenum esse, trahere et protrahere rem, cunctari Stieler 866; lieber leser, wisse dich zu hüten vor den büchlin so under disem namen gestümpelt und gehümpelt sind und doch nicht die halb meinung frater Johannis Pauli ist. Pauli schimpf, auf der rückseite des titels; verhümpeln, durch schlechte arbeit verpfuschen: stümpeln ist verhümpeln. Lehmann 101; es war null und verhimpelt. Simpl. 3, 208 Keller.
3)
hümpeln, abgebrochen weinen Lexer mhd. wb. 1, 1383 steht ganz von dem oben angeführten ab und gehört zu der unter himmern sp. 1369 aufgezählten reihe.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1875), Bd. IV,II (1877), Sp. 1908, Z. 42.

humpeln, hümpeln, verb.

humpeln, hümpeln, verb.,
iterativ zu dem unten folgenden humpen, in zwei hauptbedeutungen.
1)
schwerfällig und schlecht gehen, unterschieden von hinken, insofern als durch das letztere ein ungleichmäsziger gang, hervorgerufen durch einen fehler an einer bestimmten stelle der gehwerkzeuge, bezeichnet wird, während humpeln den durch allgemeine lähmung oder unvollkommenheit der glieder hervorgebrachten langsamen und schleppenden gang ausdrückt.Das wort steht in engster beziehung zu hampeln sp. 322 und den dort beigebrachten verwandten; es war als mundartlicher ausdruck auf Niederdeutschland eingeschränkt (im gegensatz zu humpen, was auch oberdeutsch erscheint, und hümpeln in der zweiten bedeutung), bis die neuere schriftsprache es allgemeiner gemacht hat: humpeln und humpumpen hinken, auch im tanz nachlässig hüpfen und schlendern Schütze 2, 171; humpeln, hunkeln, lahmen, lahm gehen, etwas hinken Schambach 88ᵃ mit humpelig, hunkelig, hinkelich, etwas hinkend, lahm; humpeln, schwerfällig gehen, hinken Fromm. 3, 285 (aus Jever); humpeln sich hinkend fortbewegen 5, 347 (aus der Ruhrgegend) u. s. w.; der gichtbrüchige humpelt an seiner krücke daher;
humpl ich dann auf beiden krücken
ihr mit sack und packe nach.
Hölty 206 Halm (bettlerode),
humpelt auf der krücke fort
zum wald.
Voss 2, 147;
erst nachdem die nacht völlig eingetreten ist, humpelt der wombat ins freie. Brehm illustr. thierl. 2, 57; im laufen über der erde humpelt der goffer schwerfällig dahin. 99; manchmal legt der seehund seine beiden ruder an den leib und humpelt ebenso rasch vorwärts als wenn er sie mit gebrauchen wollte. 781.
2)
humpeln, und gewöhnlich mit umlaut hümpeln, in übertragener bedeutung, langsam und schlecht etwas machen, ist allgemeiner verbreitet und weit früher in der schriftsprache bezeugt: humpelen, misere, quod agendum est, agere Schottel 1339; humpelen, hümpelen, misere quod agendum est agere, morari, tardare, languere, desidiae plenum esse, trahere et protrahere rem, cunctari Stieler 866; lieber leser, wisse dich zu hüten vor den büchlin so under disem namen gestümpelt und gehümpelt sind und doch nicht die halb meinung frater Johannis Pauli ist. Pauli schimpf, auf der rückseite des titels; verhümpeln, durch schlechte arbeit verpfuschen: stümpeln ist verhümpeln. Lehmann 101; es war null und verhimpelt. Simpl. 3, 208 Keller.
3)
hümpeln, abgebrochen weinen Lexer mhd. wb. 1, 1383 steht ganz von dem oben angeführten ab und gehört zu der unter himmern sp. 1369 aufgezählten reihe.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1875), Bd. IV,II (1877), Sp. 1908, Z. 42.

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Zitationshilfe
„hümpeln“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/h%C3%BCmpeln>, abgerufen am 12.07.2020.

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