Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

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humpler, hümpler, m.

humpler, hümpler, m.
nach humpeln und hümpeln in mehrfachem sinne.
1)
schwerfällig, schlecht gehender: hümpelær, ein etwas hinkender mensch Schambach 88ᵃ (auch in der bedeutung 2);
lange benannten wir dich (einen gelähmten) den humpeler.
Voss 2, 255 (idyll. 15, 40).
2)
viel häufiger (nach humpeln 2), und gewöhnlich in der umgelauteten form hümpler, ein langsamer, träger; dann einer der in seinen verhältnissen zurückbleibt; endlich auch stümper, pfuscher in seinem fache: hümpeler, homo miser, nundinalis, iners, languidus, deses, interpolator, veteramentarius Stieler 866; humpler, nundinalis, der in neun tagen etwas zu arbeiten kriegt. Schottel 1339; hümpelær, einer der in seinen vermögensverhältnissen nicht weiter kommen kann; ein stümper, pfuscher Schambach a. a. o.; ein guter meister macht ein ding recht, aber wer einen hümpler dinget, dem wirds verderbet. spr. Sal. 26, 10; bleiben auch endlich bettler und hümpler. Luther 6, 308ᵃ; wer was lehrnen wil, der wende fleisz daran, sonst musz er zum humpler drüber werden. Kirchhof wendunm. 277ᵃ; kecke büchsenmeister .. die vorm feindt zu hanthleren wissen, nicht hümpler, schreier, da nichts denn wort hinder seind. milit. disc. 26; ubel genehrt und wol gebleut, ist aller himpler arbeit. Schottel 1120ᵇ; er ist ein hümpeler, ein hümpelmann. 1136ᵃ; wer einen hümpler zum meister hat, der ist die zeit seines lebens betrogen. Chr. Weise freim. redner 674; die gröszesten hümpler machen die meisten spähne. Pistorius thes. par. 1, 48; der gröszte hümpler, die meisten späne. Hippel 1, 208. oft mit ähnlichen ausdrücken verbunden: und werden (aus ungehorsamen menschen) eitel suddeler, hümpler, söcker draus, die viel verseumen, und niemand nichts zu liebe oder dank machen, noch thun künnen. Luther 6, 147ᵃ; desgleichen gehets in allen andern künsten, ja in allen handwerken, das die rechten meister müssen solche hümpler und sudler leiden. 220ᵃ; die hümpler und störer (ahmen nach) den handwerken, wöllen auch künstreiche meister sein. tischr. 55ᵇ; ein hümpler und störer, der nicht den rechten steinmetzen grusz kan. Mathes. Sar. 98ᵇ; hümpler, störer, südler und faule kommen auf keinen grünen zweig. Petri der Teutschen weiszheit (1605); gern auch in der reimenden verbindung hümpler und stümpler: wann in mancher groszen stadt ein handwerksmann eine tochter hat, die weder zu sieden oder zu braten taug, ... so trotzt sie gleichwol, und sagt, sie werde noch wol einmal einen mann bekommen. warumb? es könne niemand ins ampt kommen, er nehme dann eines meisters tochter. und das gibt gemeiniglich böse eheleut, böse meister, himpler und stimpler. Schuppius 8; hümpler und stümpler. Harnisch 274; gar schimpflich stehet es, dasz heut zu tage ein jedweder elender hümpler und stümpler, wen er nur ein weinig kann reimen, alsobald zufähret und seine närrische grumpen öffentlich lässet auszfliegen, auf welchen ofte mehr fehler als verse sind. Rist Parn. vorbericht b 7ᵇ; es ist an dem, dasz die künste in der welt von denen hümplern und stümplern am meisten prostituiret werden. Chr. Weise kurzweil. redner 652;
der ain andern haist ain himpler,
der selbig ist ain rechter stympler.
H. Folz, Haupts zeitschr. 8, 539, 91;
stümpler und hümpler.
Melissus ps. O 6ᵃ.
3)
hümpler, ein lump, nichtswerter kerl:
der muͦsz ein schmürzler (geizhals), hümpeler sin,
wer nit will sitzen by dem wyn (am feiertage).
Brant narrensch. 95, 42;
wird ein loser hümpler geehrt (kommt zu ehren),
von im wird jederman beschwert.
Reinecke fuchs hochdeutsch (Frankf. 1583) 164ᵇ,
nach: wor ein kerleman wert ein here,
dar geit it over de armen sere.
Rein. vos 5357.
4)
hümpler, heiszen schiffer in Mannheim, welche den rangschiffern mit leichtschiffen entgegen kommen, und so viel von ihrer ladung übernehmen, bis die gröszern schiffe hinlänglich geleichtet sind, um auf dem Neckar bis Heilbronn gebracht werden zu können. Jacobsson 6, 123ᵇ; auch schiffleute, die in kleinen fahrzeugen holz und andere waaren auf dem Main verführen. Schm. 1, 1113 Fromm. der name kommt rheinisch schon 1464 vor: der kaufmann, verechter (frachtschiffer), schiffherre und humpeler mit iren schiffen. Mone zeitschr. 9, 31. der name des fahrzeuges dessen sie sich bedienen heiszt hümpelernachen (das. s. 33), humpelnachen (Lexer mhd. wb. 1, 1383), hümpelschelch, himbelschelch (Schm. a. a. o.). — Dasz in dieser bedeutung hümpler sich zunächst an ein humpe anlehne, des begriffs nachen, dem griech. κύμβη, lat. cymba urverwandt und der form nach eins mit dem oben sp. 1907 behandelten humpe, darf indes wol kaum angenommen werden; der in Mannheim bestehende gegensatz zwischen hümplern und rangschiffern, führern bedeutender fahrzeuge, deutet vielmehr darauf hin, wie handwerksstolz das wort in der oben gegebenen bedeutung 2 auf geringere genossen anwendete.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1875), Bd. IV,II (1877), Sp. 1909, Z. 26.

humpler, hümpler, m.

humpler, hümpler, m.
nach humpeln und hümpeln in mehrfachem sinne.
1)
schwerfällig, schlecht gehender: hümpelær, ein etwas hinkender mensch Schambach 88ᵃ (auch in der bedeutung 2);
lange benannten wir dich (einen gelähmten) den humpeler.
Voss 2, 255 (idyll. 15, 40).
2)
viel häufiger (nach humpeln 2), und gewöhnlich in der umgelauteten form hümpler, ein langsamer, träger; dann einer der in seinen verhältnissen zurückbleibt; endlich auch stümper, pfuscher in seinem fache: hümpeler, homo miser, nundinalis, iners, languidus, deses, interpolator, veteramentarius Stieler 866; humpler, nundinalis, der in neun tagen etwas zu arbeiten kriegt. Schottel 1339; hümpelær, einer der in seinen vermögensverhältnissen nicht weiter kommen kann; ein stümper, pfuscher Schambach a. a. o.; ein guter meister macht ein ding recht, aber wer einen hümpler dinget, dem wirds verderbet. spr. Sal. 26, 10; bleiben auch endlich bettler und hümpler. Luther 6, 308ᵃ; wer was lehrnen wil, der wende fleisz daran, sonst musz er zum humpler drüber werden. Kirchhof wendunm. 277ᵃ; kecke büchsenmeister .. die vorm feindt zu hanthleren wissen, nicht hümpler, schreier, da nichts denn wort hinder seind. milit. disc. 26; ubel genehrt und wol gebleut, ist aller himpler arbeit. Schottel 1120ᵇ; er ist ein hümpeler, ein hümpelmann. 1136ᵃ; wer einen hümpler zum meister hat, der ist die zeit seines lebens betrogen. Chr. Weise freim. redner 674; die gröszesten hümpler machen die meisten spähne. Pistorius thes. par. 1, 48; der gröszte hümpler, die meisten späne. Hippel 1, 208. oft mit ähnlichen ausdrücken verbunden: und werden (aus ungehorsamen menschen) eitel suddeler, hümpler, söcker draus, die viel verseumen, und niemand nichts zu liebe oder dank machen, noch thun künnen. Luther 6, 147ᵃ; desgleichen gehets in allen andern künsten, ja in allen handwerken, das die rechten meister müssen solche hümpler und sudler leiden. 220ᵃ; die hümpler und störer (ahmen nach) den handwerken, wöllen auch künstreiche meister sein. tischr. 55ᵇ; ein hümpler und störer, der nicht den rechten steinmetzen grusz kan. Mathes. Sar. 98ᵇ; hümpler, störer, südler und faule kommen auf keinen grünen zweig. Petri der Teutschen weiszheit (1605); gern auch in der reimenden verbindung hümpler und stümpler: wann in mancher groszen stadt ein handwerksmann eine tochter hat, die weder zu sieden oder zu braten taug, ... so trotzt sie gleichwol, und sagt, sie werde noch wol einmal einen mann bekommen. warumb? es könne niemand ins ampt kommen, er nehme dann eines meisters tochter. und das gibt gemeiniglich böse eheleut, böse meister, himpler und stimpler. Schuppius 8; hümpler und stümpler. Harnisch 274; gar schimpflich stehet es, dasz heut zu tage ein jedweder elender hümpler und stümpler, wen er nur ein weinig kann reimen, alsobald zufähret und seine närrische grumpen öffentlich lässet auszfliegen, auf welchen ofte mehr fehler als verse sind. Rist Parn. vorbericht b 7ᵇ; es ist an dem, dasz die künste in der welt von denen hümplern und stümplern am meisten prostituiret werden. Chr. Weise kurzweil. redner 652;
der ain andern haist ain himpler,
der selbig ist ain rechter stympler.
H. Folz, Haupts zeitschr. 8, 539, 91;
stümpler und hümpler.
Melissus ps. O 6ᵃ.
3)
hümpler, ein lump, nichtswerter kerl:
der muͦsz ein schmürzler (geizhals), hümpeler sin,
wer nit will sitzen by dem wyn (am feiertage).
Brant narrensch. 95, 42;
wird ein loser hümpler geehrt (kommt zu ehren),
von im wird jederman beschwert.
Reinecke fuchs hochdeutsch (Frankf. 1583) 164ᵇ,
nach: wor ein kerleman wert ein here,
dar geit it over de armen sere.
Rein. vos 5357.
4)
hümpler, heiszen schiffer in Mannheim, welche den rangschiffern mit leichtschiffen entgegen kommen, und so viel von ihrer ladung übernehmen, bis die gröszern schiffe hinlänglich geleichtet sind, um auf dem Neckar bis Heilbronn gebracht werden zu können. Jacobsson 6, 123ᵇ; auch schiffleute, die in kleinen fahrzeugen holz und andere waaren auf dem Main verführen. Schm. 1, 1113 Fromm. der name kommt rheinisch schon 1464 vor: der kaufmann, verechter (frachtschiffer), schiffherre und humpeler mit iren schiffen. Mone zeitschr. 9, 31. der name des fahrzeuges dessen sie sich bedienen heiszt hümpelernachen (das. s. 33), humpelnachen (Lexer mhd. wb. 1, 1383), hümpelschelch, himbelschelch (Schm. a. a. o.). — Dasz in dieser bedeutung hümpler sich zunächst an ein humpe anlehne, des begriffs nachen, dem griech. κύμβη, lat. cymba urverwandt und der form nach eins mit dem oben sp. 1907 behandelten humpe, darf indes wol kaum angenommen werden; der in Mannheim bestehende gegensatz zwischen hümplern und rangschiffern, führern bedeutender fahrzeuge, deutet vielmehr darauf hin, wie handwerksstolz das wort in der oben gegebenen bedeutung 2 auf geringere genossen anwendete.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1875), Bd. IV,II (1877), Sp. 1909, Z. 26.

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Zitationshilfe
„hümpler“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/h%C3%BCmpler>, abgerufen am 08.07.2020.

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