Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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hinde, f.

hinde, f.
1)
hirschkuh; ein verbreitetes, in den meisten deutschen sprachen nachzuweisendes wort dunkler abstammung: altnord. hind, schwed. dän. hind, ags. und engl. hind, ahd. hinda, hinta, mhd. hinde. im nhd. findet sich neben der gewöhnlich fortdauernden letzteren form auch die assimilierte hinne: cerva hinne Dief. 115ᵃ; cerva ein hinn. Alberus kk 2ᵃ; es seie dann, das die hinn ein jungen hirsch trage. Bock kräuterb. 785; eine mit verdunkeltem vocal: cerva hünd Dief. a. a. o.; und auszerdem die neutrale hind (oben sp. 1404) und die erweiterte hindin (s. unten), die jetzt die oberhand gewonnen hat. hierschen, hinden, rech, bern, wolf, fuchs und hasen fand man uberal also tod ligen. d. städtechr. 5, 13, 25; sie ist lieblich wie eine hinde, und holdselig wie ein rehe. spr. Sal. 5, 19; die hind wirdt das jung, das sy im väld setzet, verlassen, deshalb das sy kein kraut findt. Züricher bibel 1530 356ᵇ (Jer. 14, 5); truge sein haupt aufgerichter denn ein hinde. Kirchhof wendunm. 394ᵇ; schneller als die hinde läuft. Chr. Weise nothw. ged. 377; ist sie es die den knaben der säugenden hinde untergelegt hat. Göthe 39, 69; die stolze weisze hinde. Immermann Münchh. 2, 80;
einer hinden hat ich gestellet,
ein stolzes hirschlein ich fieng.
Ambras. liederb. no. 64, 27;
sihe, da wardt er gewar im strauch
ein stücke wildts, ein schöne hindt.
B. Waldis Esop 4, 80, 57;
man fängt die hinde nicht als auf gejagter flucht.
A. Gryphius 1698 2, 66;
er rannt auf eine hinde
so heisz und hastig vor,
dasz ihn sein ingesinde
im wilden forst verlor.
Uhland ged. 371;
wars die hinde, die in ihren thränen
Genofeven weiland sich gesellt?
Freiligrath dichtungen 3, 31.
eine braut wird einer hinde verglichen:
edler jäger, euer hinde,
lerche, fohr und nachtigal
sind gefangen, führt geschwinde
disen raub zum hochzeit saal.
Rist Parn. B 7ᵈ.
2)
hinde, name einer pflanze, cichorium intybus, sonst hindläuft, s. d.: nimm otterwurzel, weisze hinde, wegwart genandt. Hohberg 3, 2, 262ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1873), Bd. IV,II (1877), Sp. 1407, Z. 32.

hünden, adj.

hünden, adj.
vom hund, mhd. hundîn: hundin caninus voc. inc. theut. k 5ᵃ; hündein schuoch sint guot an den füeʒen für die gicht. Megenberg 126, 16; zu seinen nesteln hat er fünfzehen hundert neun häut, und dieselben zu eim theil hünden. Garg. 113ᵃ; wie denn auf einen wolfenen praten eine hündene salse gehöret. Mathesius histor. von Jes. Chr. 1, 62ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1875), Bd. IV,II (1877), Sp. 1923, Z. 8.

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Zitationshilfe
„hünden“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/h%C3%BCnden>, abgerufen am 04.08.2021.

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