Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

hünkel, n.

hünkel, n.
junges huhn; ahd. huonichli, huonichlîn (alemannisch, fränkisch), mit doppeltem verkleinerungssuffix (vergl. gramm. 3, 681); mhd. huoniclîn (Ben.-Müller 1, 622ᵇ), pulcinus hunichlin Dief. 471ᵇ; später zu hünkel, hinkel verkürzt und auf die mittelfränkischen und benachbarte landstriche eingeschränkt, doch übersetzt es noch in Petris Basler nachdruck des Lutherschen neuen testaments desselben küchlin: küchlin, hunklen, junge huͦnlin, vgl. Fromm. 6, 43ᵃ, sonst gilt es heute in der Wetterau und zwar als hünkel, hinkel, henkel Kehrein 205; pullus gallinaceus ein hünckel Alb. Hh 2ᵃ; im bairischen Rheinkreise hünkel Schm. 1, 1133 Fromm.; im westlichen und südlichen Hessen hinkel, küchlein und huhn bezeichnend Vilmar 170; aus diesen landstrichen stammen auch die ältern in der schriftsprache angetroffenen belege: vor ein baummeise (die unerlaubt erlegt ist, soll einer geben) eine hubenrechte henne mit 12 hinkeln. weisth. 1, 465 (Lorsch, von 1423); ein koppechte henen und zwolf hunkeln. 499 (Dreieich bei Frankfurt, von 1338); eine falbe henne mit sieben hünkeln. 535 (Rheingau, von 1324); wenn euch der narr beim halskragen erdappt hätte, er hätte euch zerrissen als ein junges hinkel. schaub. engl. u. franz. com. 2, 145; in der form hünklein: die junge hinkelein, so noch in den eyern stecken. Uffenbach neues rossbuch 2, 81. hünkel ist kosewort, aber auch scheltwort für eine frauensperson: hinkel, dummes hinkel Vilmar a. a. o.; für personen ohne unterschied des geschlechts: und da sie nicht zu ihrem gewöhnlichen taglohn kommen mochten, musten sie ihre zeit (wie dann solchs liederliche hinkel im brauch haben) mit fratzen und bossen vertreiben. wiszbad. wisenbrünnl. 1, 77; im begegneten drei nasse nackete hinkel mit bickeln, hämern, schaufeln etc. in willens ein grab zu berauben. 2, 5.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1875), Bd. IV,II (1877), Sp. 1952, Z. 40.

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Zitationshilfe
„hünkel“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/h%C3%BCnkel>, abgerufen am 15.07.2020.

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