Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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hippe, f.

hippe, f.
ein dünner, zusammengerollter oblatenkuchen; name und sache sind seit dem 15. jahrh. bezeugt, vgl. Lexer mhd. wb. 1, 1302: das sechst das der wannenkremer feil tregt, das seind oflatenrörlin, hüppen, dis ist als ein arme war, es ist ein wenig mel und ein wenig honnig, es ist ein wenig süsz in dem mund. Keisersberg brösaml. 109ᵃ; rörlin oder hüppen, die haben ein wenig süszigkeit in inen, und ist nüt darhinder. 109ᵇ; hüppen und dergleichen ränftige speisz die man den kindern gibt, .. crustulum. Maaler 231ᵈ. das gebäck kommt noch heute in Zürich vor; itrium, hiepen, ἴτριον. dict. lat.-germ. (Frankf. 1610) s. 145; einer hatte ein vergültes lavor voller hippen, zuckerbrod, marzeban und ander confect, der ander aber einen vergulten becher in händen. Simpl. 1, 132 Kurz; in Baiern die hippen, oblatförmiger kuchen, wird er nach dem backen zusammengerollt, so nennt man ihn holhippen. Schm. 1, 1139 Fromm.; schlesisch hippe und holippe crustula Steinbach 1, 757; in Holstein heiszt eine art hohler oder gebogener backwerke hollhippen, in Hamburg und Altona sagt man holippen von mehl, eier, butter und zucker in einer eisenform gebacken, eisenkuchen. Schütze 2, 149. vgl. hohlhippe, wo auch ausgeführt wird, wie an dem namen des gebäcks sich die bedeutung der schmähung und schelte entwickeln konnte; s. auch unten hippenbube. Der name hippe scheint mit rücksicht auf die dünnheit des gebäcks gewählt zu sein: nebula, .i. tenuis panis hypp, hyppy, hyppen l. restwisz Dief. 377ᵃ, er gehört zu der unter happeln sp. 472 aufgeführten wortfamilie, zu schweiz. häpeli schwächling Stalder 2, 21, und zu dem unten folgenden adjectiv hippig, hipprig mager, elend.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1873), Bd. IV,II (1877), Sp. 1552, Z. 17.

hippe, f.

hippe, f.
messer von sichelartiger gestalt für gärtner und winzer: schlag an mit deiner scharfen hippen, und schneite die drauben auf erden, denn ire beer sind reif. offenb. 14, 18; mit .. grabstickeln, eggezinken, gerthauen, hippen, pickeln (unter gärtnerszeug). Garg. 183ᵇ; auch gar nichts bei mir, nicht mahl meine hippe. Fr. Müller 3, 293;
der reben reife tracht
erfordert hipp und presz.
A. Gryphius 1698 2, 261,
nach der oben angeführten bibelstelle; dieselbe, da in ihr der engel des todes mit einer hippe versehen aufgeführt wird, scheint den anlasz gegeben zu haben, dasz dichter, aber erst des 18. jahrh., den tod mit der hippe erscheinen lassen:
drohend schwang er seine hippe.
Lessing 1, 64;
der böse tod
mit seiner fürchterlichen hîppe.
Gotter 1, 369;
zum nackten schädel ward sein kopf,
sein körper zum gerippe
mit stundenglas und hippe.
Bürger 15ᵇ.
hippe steht neben dem gleichbedeutenden häpe sp. 471, happe sp. 472, heppe, hepe sp. 999, als eine mitteldeutsche, speziell obersächsische form, die Luther, wie er bei dergleichen technischen ausdrücken zu thun pflegte, wol der volkssprache entnahm, und die durch seine autorität eingang auch in die edlere schriftsprache fand.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1873), Bd. IV,II (1877), Sp. 1552, Z. 46.

hippe, f.

hippe, f.
ziege. vergl. unten unter hipplein.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1873), Bd. IV,II (1877), Sp. 1552, Z. 70.

huppen, verb.

huppen, verb.
in abhuppen, vergl. die interj. hupp: der schütze musz, von dem augenblick an, wo ihm sein stand angewiesen wird, diesen mit aller waidmännischen pflicht behaupten, und ihn nicht einen moment früher verlassen, als bis abgeblasen, abgepfiffen oder abgehuppt, d. h. das zeichen der geschehenen beendigung des treibens und der zusammenkunft auf neuem versammlungsplatz gegeben wird. v. Thüngen waidmanns pract. 32; die schützen beim anstand lieben sich gegenseitig abzuhuppen oder abzujuchen. v. Train 1, 102.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1875), Bd. IV,II (1877), Sp. 1956, Z. 37.

huppen, hüppen, verb.

huppen, hüppen, verb.
für hüpfen, s. d.: wolten erforschen, wie lang ein floch leben könne? wie weit ein floch hüppen könne? Schuppius 818;
wenn der hunt thet tanzen und huppen,
lieszen sie im machen ein feiste suppen.
Schade sat. u. pasqu. 1, 172, 658.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1875), Bd. IV,II (1877), Sp. 1956, Z. 47.

hüppen, hüppenbube

hüppen, hüppenbube,
s. hippe, hippenbube sp. 1552. 1553.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1875), Bd. IV,II (1877), Sp. 1956, Z. 53.

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Zitationshilfe
„hüppen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/h%C3%BCppen>, abgerufen am 15.06.2021.

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