Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

hürenbeisz, m.

hürenbeisz, m.
ein alemannisches wort, die erstlinge von jungem (heurigem) obst, früchten und gemüsen, dann überhaupt leckerbissen bezeichnend, bei Maaler 220ᶜ in der form der schriftsprache heurenpeisz, die erst zeitig frucht allerlei gattung, primetium; noch jetzt schweizerisch hürenbeisz, hüripeisz, hürapeisz Stalder 2, 64; öfters auch bei Keisersberg: solt er nit alle ding die uszgiengen, zuͦ dem ersten durch sin mul strichen und die fressen. nein, das ist nüwer rot, huͤrenbeisz, solt ich des nit ouch in minem husz haben. bilg. 125ᵃ; wann du wilt den win der welt geben, und erst din alter, das sind die truͦsen, got geben, das ist im nit so angenem. .. aber die iungen, die gent got die erste frucht, dʒ ist der nüw rot, die hierenbeisz, die sint allewegen werder dann die nochgenden frücht, und den hierenbeisz, die ersten frücht, gent sie got, die gefallen im wol, und schmacken im wol. 151ᵃ; es seind drei hüerenbeisz hie zuͦ Straszburg, da man dʒ feber an isset. daʒ erst ist (vegetabilibus) die unzeitigen rettich, das ander ist (in sensibilibus) die unzeitigen gens, dʒ drit (in rationabilibus) seind die unzeitigen meidtlin oder töchterlin. brös. 12ᵈ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1875), Bd. IV,II (1877), Sp. 1961, Z. 19.

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Zitationshilfe
„hürenbeisz“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/h%C3%BCrenbeisz>, abgerufen am 06.07.2020.

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