Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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hitsche, f.

hitsche, f.
kröte. Nemnich. als anspachische form bei Schm. 1, 1192 Fromm. erklärt; anderswo in ähnlicher form: schles. hetsche und wetsche, nordböhm. hûtsche, bremisch ütze, im Vinschgau hötsch und hotz. Fromm. 5, 474. 6, 155.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1873), Bd. IV,II (1877), Sp. 1580, Z. 73.

hitsche, f.

hitsche, f.
niedere bank, schemel, zunächst für das aufstemmen der füsze, aber auch scherzhaft oder verächtlich für das katheder des hörsaals gebraucht. in dem östlichen Mittel- und Norddeutschland neben hütsche (s. d.) gebräuchlich: und am fenster (des hörsaals) steht eine hittsche, darauf sitzt 'n professor oder so etwas. Claudius 1 und 2, s. 10; da sitzen die jünglinge, welche die beste vorbildung genossen haben, die es bis jetzt auf erden gibt, oft zu hunderten vor dem einen mann auf der hitsche. Diesterweg über das verderben auf den deutschen universitäten (1836) s. 40; einem von der hitsche helfen, ihn stürzen: ich konnte diese tyrannische zucht in der länge nicht ertragen, dachte also auf allerhand mittel, meinen hitzigen lehrmeister von der hitsche zu helfen und mich seiner zu entledigen. d. Leipz. avant. 1 (1756) 35.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1873), Bd. IV,II (1877), Sp. 1580, Z. 77.

hutsche, hütsche, f.

hutsche, hütsche, f.
nach dem unten folgenden verbum hutschen in verschiedener bedeutung.
1)
in Mittel- und Niederdeutschland eine kleine fuszbank, schiebebank: hütsche scabellum Stieler 782; niederd. hutsche fuszbank Schambach 90ᵇ; vergl. auch die nebenform hitsche sp. 1580. es heiszt von der hütsche müssen, von einer höheren stellung herunter müssen, im folgenden geradezu vom thron:
und wat vaddr Blücher gesait, det traff,
de kerel (Napoleon) muszt von de hütsche raff.
Hildebrand volksl. 485 (von 1815);
bei Stieler a. a. o. steht eine augenscheinliche verderbung dieser redensart, die für das alter des bildes beweist, neben er ist von der hütsche heiszt es er hat die hütsche, sive schüppe bekommen, dejectus est ab officio, vel dignitate.
2)
hütsche, hutsche, ein kleiner schlitten für kinder. Schambach 90ᵇ, vgl.käsehütsche th. 5, sp. 251; in Baiern und Kärnten aber ist hutsche die schaukel; sonst im bairischen sprachgebiete hutschen, schwankseil, daran die jungen hin und her fahren. Lexer 141. s.hutschen 2.
3)
hütsche, auf den galeeren die fuszbank oder stütze, woran die sclaven den angeschlossenen fusz beim rudern setzen. Jacobsson 2, 297ᵇ.
4)
hutsche, glacies lubrica, vel alius locus laevis et lubricus, ubi pedes facile lubricantur. Stieler 872. vgl.hutschen 2.
5)
hutsche, name für die elster. Nemnich.
6)
hutsche, bergmännisch, was husche sp. 1974: hutsche bekommen, in der grube zu schaden kommen. Jacobsson 6, 127ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1876), Bd. IV,II (1877), Sp. 1993, Z. 32.

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Zitationshilfe
„hütsche“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/h%C3%BCtsche>, abgerufen am 13.06.2021.

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