Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

hüttenrauch, hütterauch, hüttraüch, m.

hüttenrauch, hütterauch, hüttraüch, m.
1)
rauch wie er von einer hütte aufsteigt
2)
speciell rauch einer schmelzhütte:
sie (die eifersucht) schwärzt mit hüttenrauch die himmelreinen flammen.
Lohenstein in d. auserles. ged. 6, 7;
und der niederschlag aus den dämpfen einer solchen, der gewöhnlich arsenikhaltig ist: huttrauch, proprie arsenicum album quod crescit in fornacibus vitrificum. voc. inc. theut. k 5ᵇ; verderbt in huttrich, hüttreich. Lexer mhd. wb. 1, 1410; was zumal nicht viel im hütrauch und bösem wetter arbeit. Mathes. Sar. 2ᵃ; scheffel (l. schwefel), bech, salpeter, pulfer, hutrauch. Ayrer proc. 2, 11;
das täglich brod wollst geben ...
den die da leib und leben
im bergwerg zugesetzt,
die nun bergsichtig worden,
verlähmet und verdorben,
den hütterauch gezogen (eingeatmet).
Rinkhart eiszleb. christl. ritter F 2.
hüttenrauch, als zaubermittel bei behexungen:
die hexen sollen mir
nun keinen knoten knüpfen.
denn dieser knoten hier (an einer schürze)
hilft wider allen hütterauch.
Weise überfl. gedanken (1701) 168;
daher die glosse huttrauch, filtrum, est quedam herba mortifera. voc. inc. theut. k 5ᵇ, gemeint ist das griech. φίλτρον; und ebenda, durch ungerechtfertigte vermengung dieses wortes und des mittellat. filtrum steht huttrauch als quoddam genus panni, vulg. filtz.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1876), Bd. IV,II (1877), Sp. 1998, Z. 24.

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höllenstrafe
Zitationshilfe
„hüttraüch“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/h%C3%BCttra%C3%BCch>, abgerufen am 16.07.2020.

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