handschlag m
Fundstelle: Lfg. 2 (1869), Bd. IV,II (1877), Sp. 414, Z. 9
schlag mit der hand;
1)
in klagender gebärde, wie ahd. hantslac planctus Graff 6, 773; planctus hantslag, hantslage Dief. 440ᵃ.
2)
strafend, ahd. hantslac alapa; colaphus handschlag Stieler 1812;
sich da, solch freches sprechen
musz man, vermeszner greis, mit einem handschlag rächen.
Greflinger Cid A viijᵇ.
3)
zum grusze: einen mit grusz und handschlag bewillkommnen; und wenn die gute frau Hahn einmal einen handschlag von ihr forderte, so dauerte es lange, bevor sie die kleine hand aus der schürze zog. Freytag handschr. 1, 41;
grüszten ihn also mit handschlag.
Odyssee 18, 111;
schlosz Ehrenburg, die veste,
bespült vom Naheflusz,
empfing ihn auf das beste,
mit handschlag und mit kuss.
Freiligrath glaubensbek. 112.
4)
gelobend, bei leistung eines versprechens irgend welcher art (s. sp. 332): mhd.
diu vrouwe sprach: die sinne
der mir unser herre gan,
die kêr ich alle dar an, ...
daʒ ich im ir zornmuot
vertrîbe, ob ich iemer mac.
des enpfâh et mînen hantslac.
Iwein 7894;
nhd. morgen geliebts gott soltu ein galantes pferd vor dein füllen haben. ja, sagte sie, wann du wahr redest. wenn habe ich dir gelogen, versetzte er, hiermit nahm er ihre hand, schlug seine hinein, hier, sprach er, hastu den handschlag. unw. doctor 340; hierauf hätten sie einander den handschlag gegeben, dasz die wette solte kräftig sein. Causenmacher 112; wort und handschlag war gegeben. Riehl culturgesch. nov. 414;
wir sind der höhern kunst exempel;
die einfalt nahm den handschlag an.
was fodert itzt ein kluger mann?
verschreibung, zeugen, pfand und stempel.
Hagedorn 2, 63;
Chat. der erzbischof
soll eine hostie theilen zwischen dir und ihm
zum pfand und siegel redlicher versöhnung.
Karl. so sei mein antheil an dem ewgen heil,
als herz und handschlag bei mir einig sind.
Schiller jungfrau 3, 2;
hier ist meine hand!
des bauern handschlag, edler herr, ist auch
ein manneswort.
Tell 4, 2.
auch bei eingehung eines eheverlöbnisses: und das jawort von Dorianen verlangete, die ihm denn sogleich den handschlag gab. Salinde 259; daher denn die feierliche verlobung selbst der handschlag heiszt. Schm. 2, 206; es war eine fast alte betagte magdt .. der wolt ir vatter einsmal einen mann geben. wie nun der tag des handtschlags bestelt und der bräwtigamm mit seinen leüten erschine. Katziporus (1558) Q 6ᵃ.
5)
handschlag in dem folgenden bezeichnet die stelle am handgelenk, wo die schlagader des armes gefühlt wird: etwan findt man ein sychtlich kreütz bei dem end des tischs der hand (in der chiromantie, s. handtisch), unden bei dem handtschlagk, das bedeütt vil wallens, bilgerschaften und anderungen der stett, yedoch mit felligem glück. Joh. Indagine kunst der chiromantzei bei Haupt 3, 271.
Zitationshilfe
„handschlag“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/handschlag>, abgerufen am 20.11.2019.

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