hausfrau f
Fundstelle: Lfg. 3 (1870), Bd. IV,II (1877), Sp. 662, Z. 16
1)
mhd. hûsvrouwe, die frau als vorstand der haushaltung, gattin des hausherrn, ehefrau: die hauszfrauw oder hauszmuͦter, die frauw im hausz, domina. Maaler 214ᶜ.
a)
das wirtschaftliche verhältnis betonend: wer ein hausfrawen hat, der bringet sein gut in rat. Sir. 26, 26; wo kein hausfraw ist, da gehets dem hauswirt, als gieng er in der irre. 27; dasz die leidenschaft (eines knechtes) zu seiner hausfrau sich in ihm tagtäglich vermehrt. Göthe 16, 118; was wird nicht gleich abgestreift, was nicht gleich der vergessenheit überantwortet, sobald ein frauenzimmer sich im stande der hausfrau, der mutter befindet! 17, 284; sie hat die schlüssel und vertritt von jetzt an die stelle meiner hausfrau. Holtei Lammfell 66;
die räume wachsen, es dehnt sich das haus.
und drinnen waltet
die züchtige hausfrau.
Schiller glocke;
und es versetzte darauf die kluge, verständige hausfrau:
vater, nicht gerne verschenk ich die abgetragene leinwand.
Göthe 40, 234;
endlich aber begann die würdige hausfrau und sagte.
236.
b)
die älteren quellen namentlich heben durch das wort auch nur das eheliche verhältnis hervor: do er dannocht was gronen in der plomen seiner jugende, ward im zuogeaignet ain hailiglebendige hausfraw mit namen Ottegeba. herzog Ernst 231, 31 Bartsch; uber diese rede ward sein (des Tobias) hausfraw zornig. Tob. 2, 22; Tobias und Hanna sein hausfraw. 10, 3; ein ritter der hette zwo töchter von zweien hauszfrauwen. b. d. liebe 285ᵈ; oft stund er (der ehemann) des nachts auf von seiner hausfrawen, und legt sich zu denselbigen dirnen. 288ᵃ; die königin Hester, desz königs von Syrien hauszfraw. 288ᶜ; sehet, ich hab bei meiner hauszfraw selig ein fünfzig und mehr jar gewont, und ist mir dasz letste jar gewesen als ob ich noch, wie man saget, im küssmonat lebte. Fischart ehez. (1591) F 1ᵃ; das der allerhöchstgetröhnte meine herzliebe hausfrau ihrer bisher getragenen leibesbürde allergnädigst entblöset. Butschky kanzl. 609;
jâ enist hie nieman
wan ir und die hûsfrowe mîn.
Erec 4771;
hausfrau, du zeihest mich einer sach,
wie ich auf fremder geigen mach.
fastn. sp. 161, 21,
ebenso hausfrau als anrede des mannes an seine gattin 163, 1; 165, 12;
deszhalb er (Abraham) in dem selben landt
sein schöne hauszfrau schwester nannt.
Schwarzenberg 156ᵃ;
ja, eure hausfrau lächelte so listig.
Schiller Piccol. 3, 1.
2)
hausfrau, die häuslich gesinnte frau: es ist nichts natür licher, als dasz er (der bräutigam) auch solid denkt, und lieber sich eine hausfrau, als der welt eine putzdocke zu bilden wünscht. Göthe 19, 287;
also sind hauszfrawen kein hauszfrawen,
sonder auszfrawen, wann sie drausz (aus dem hause) schawen.
Fischart ehez. (1591) D 1ᵇ.
3)
hausfrau, casaria, mulier domestica, domus custos. Stieler 546.
Zitationshilfe
„hausfrau“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/hausfrau>, abgerufen am 20.09.2019.

Weitere Informationen …