hinz
Fundstelle: Lfg. 7 (1873), Bd. IV,II (1877), Sp. 1546, Z. 62
koseform des namens Heinrich, in derselben verwendung wie die nebenform Heinz sp. 889, die zu vergleichen ist; namentlich
1)
in der formel Hinz und Kunz (vgl. theil 5, 2746 ff.): diese beiden namen (Seidon und Amran) stehen aber hier zu allgemeiner andeutung von gegnern, wie die Deutschen sagen: Hinz oder Kunz. Göthe 6, 150;
denn Hinz und Kunz, an ihren stellen,
glaubten doch auch was vorzustellen.
56, 83.
2)
Hinz, thiername, besonders für den kater:
ein bär sasz einst an einem erlenstrauch,
und leckte sich an seiner tatze;
ein kater sahs und eine katze;
das, sagte Hinz, das kann ich auch!
Gleim 3, 244,
Hinz des Murners schwiegervater,
schlug den takt erbärmlich schön.
Lichtwer fab. 1, 21;
in der form Hinze, in Tiecks gestiefeltem kater;
jetzt sprang auch der kater
Hinze zornig hervor.
Göthe 40, 7.
hinz
Fundstelle: Lfg. 7 (1873), Bd. IV,II (1877), Sp. 1547, Z. 1
aus hin ze zusammengezogen, im mhd. und noch bis ende des 15. jahrh. vielfach in oberdeutschen denkmälern angetroffen. es steht
1)
als adverbium, erstreckung zu einem punkte bezeichnend, im sinne von bis; örtlich: ich mues den weg von Landegker prugken hinz an Punzlazer prucken versehen und machen. Chmel urk. Max. 230. mit verben des gebens: wir laʒʒen iwch wisen daʒ dem erbern weisen Hartman Ansorgen dem eltern diu ander clag hincz ertailt worden ist (zuerkannt, zugesprochen). d. städtechron. 4, 188, 27; zeitlich, und mit dem gleichbedeutenden unz wechselnd: (dasz der friede) weren und besteen soll unz auf sant Michels tag schierst und darnach über ein gancz jar, daʒ nechst chomend, zu der sunnen untergank, daʒ wirdet hincz auf sant Michels tag (1450). d. städtechr. 2, 165, 32.
2)
häufig als praeposition, wie zu mit abhängigem dativ. zahlreiche beispiele bei Schm. 1, 1117 Fromm.: so sol man hinz sinem libe rihten als hinz einem schedlichen manne. d. städtechron. 4, 138, 20; hetten sie ichtes ze sprechen hinz uns oder den unsern. 153, 30; wolten ain wissen von im han, wes sie sich hinz im versehen solten. 5, 50, 19; zeitlich:
si hât gedâht
daʒ ir hinz naht ir bî geliget.
frauendienst 367, 1.
3)
auch als conjunction, bis dasz: hincz er mit recht daraus (der gegenpart aus den eroberten schlössern) gevertigt oder mit der gütigkeit davon geteidingt wirt. d. städtechron. 2, 166, 12; oder streck ihn (den zu operierenden) auf ain bret, darauf soll ligen ain pfulgen (pfühl), das ihm das best wer, hinz zway oder drey bandt (verbände) geschehen, hinz das du auch sicher bist, das kain geschwer darzuͦ schlagen mag. Hier. Braunschweig chirurgia (1539) 95;
eur gnad beger ich.
durch got nun fristend mich
hinz das ich mein sünd gepüesze.
fastn. sp. 475, 22.
4)
aus späterer zeit ist das wort bezeugt in einem um 1633 gedruckten schwäbischen flugblatte:
ei lamm mih naun bei dar bleiba hensz moarga.
Fromm. 4, 89, 16;
und lebt noch jetzt in Baiern und Tirol, theils als hinz, theils als hünz und hunz, in welchen beiden letzteren formen vermischung mit dem gleichbedeutenden unz (s. d.) vorliegt. Schm. 1, 1139 Fromm. Fromm. 3, 328. 6, 151. aus der ostfriesischen mundart entspricht hento, auch bet hento. 4, 479; in der fränkischen Koburger mundart ist die weiterbildung hinza, hinzig, im sinne von jetzt, gebräuchlich. 2, 140.
Zitationshilfe
„hinz“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/hinz>, abgerufen am 10.12.2019.

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