Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

hofhörig, adj.

hofhörig, adj.
einem adlichen hofe gehörig, in unterthanenverhältnis zu ihm stehend: was aber hofhöriger man uszwendig den gerichten sitzt, und ir sundrig brot essend, der yegliger sol des jars den vögten geben zway viertal roggen und ain vasnachthun fur all dienst. weisth. 1, 106; hofhörig lüt. das.; daʒ umb hoffhörigi güter nieman urtail sprechen sol, denn der in den hoff gehörre. 108; ze disen dryn gedingen sol ein amptman schaffen, daʒ den gotshusliuten und den, die von im belehent, und allen den, die dahin hofhörig und zuͦ iren tagen komen sint, dar gebotten werd. 4, 483 (Schwarzwald, von 1413); es gibt jetzt in unserm stifte noch mehrere arten von freien leuten, worunter die sogenannten hausgenossen die ersten sein mögen, welche anderwärts hofhörige, oder auch hobes- und klobsleute genannt werden ... da sie von ihrem hofe einen gutsherrn erkennen, so können sie nicht als wehren, sondern nur als leute betrachtet werden, die aus einer besondern verpflichtung dienen. Möser osn. gesch. 1, 66; anderwärts wird aber bei dem letzteren schriftsteller hofhörig und leibeigen nicht unterschieden: so hat man die geschichte unsrer bauerhöfe, und mit derselben zugleich die art und weise, wie freie eigenthümer ganz natürlicher weise zu leibeignen und hofhörigen pächtern herunter sinken können. patr. phant. 1, 330; in dem erbrechte, was der leibeigene oder hofhörige an dem hofe hat. 3, 280; uns arme hofhörige leute. 2, 356.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1874), Bd. IV,II (1877), Sp. 1681, Z. 20.

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Zitationshilfe
„hofhörig“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/hofh%C3%B6rig>.

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