Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

hofstaat, m.

hofstaat, m.
ursprünglich, nach der alten bereits vor dem 16. jahrhundert ausgebildeten bedeutung von staat = lat. status die ordnung eines hofhalts, geordneter zustand desselben: (die zehenden sollen) allhero zu unserm hofstatt in die kastkellerei ... verschafft (werden). Würtemb. zehendordnung 1650 s. 53; als churfürst Fridrich der vierdte den hoffstaaten einziehen, und den kosten ringeren wolte. Zinkgref apophth. 1, 331; auch zu dem hofstaat eines deutschen kaisers gehörte ein solches gericht, das ihn, bei seinen zügen durch das reich, immer begleitete. Göthe 26, 124. auch in engerm sinne, nur auf die personen die zu einem hofhalte gehören, angewendet: der fürst wohnte mit seinem ganzen hofstaate der feierlichkeit bei; und hier auch freier gebraucht: so peitschte Luciane den lebensrausch im geselligen strudel immer vor sich her. ihr hofstaat vermehrte sich täglich, .. weil ihr treiben so manchen anregte. 17, 242; einer von ihrem hofstaat hatte stets eine börse. das. verwechselung mit dem unten folgenden, ganz deutschen worte hofstatt kommt vor, z. b. wenn von dem letzteren hofstaat das geschlecht annimmt:
es hatte Sulimann die beyen, agas, bassen,
der ganzen hofstaat zug, in schnellem ritt verlassen.
Hagedorn 2, 11.
s. weiter unter hofstatt.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1874), Bd. IV,II (1877), Sp. 1700, Z. 18.

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Zitationshilfe
„hofstaat“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/hofstaat>.

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