Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

hofzucht, f.

hofzucht, f.
wolgezogenheit, wie sie bei hofe gilt, mhd. hovezuht: und das (unmäszige trinken) ist laider ein hoffzucht und adeliche that worden. S. Frank laster der trunkenheit c 2ᵃ;
ach, ir groszen verheiten strützel,
ir kunt der hofzucht all gar lützel.
fastn. sp. 221, 26;
des fursten weib irs auch wol gunt,
wan sie fil hubscher hoffzucht kunt.
Rosenblut das. s. 1143;
ob sie schon ein miszbruch hant
do mit die hoffzucht würt geschant.
Brant narrensch. 110ᵃ, 6;
(ein armer mann) darf nit aller hoffzucht pflegen.
209;
(ironisch) dir aber ists ein hofzucht zwar,
wen dir voll federn hangt das har.
Scheidt grob. (1568) a 3ᵇ (b. 1, cap. 1);
denn es merklichen schaden bringt,
so man die blöszt im leib verzwingt, ...
und wirst schwach, krank, und ungehewr,
so steht dich hofzucht viel zu thewr.
a 6ᵇ (b. 1, cap. 2);
musz ich dich hofzucht lehren?
darfst du vom kranz der ehren
ein läublein nur begehren?
Uhland ged. 252.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1874), Bd. IV,II (1877), Sp. 1704, Z. 56.

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Zitationshilfe
„hofzucht“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/hofzucht>.

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