Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

holla, interj.

holla, interj.
neben hola sp. 1733.
1)
aufmunternd oder zum aufmerken auffordernd: holla probetur, das man sing! Garg. 48ᵇ; holla schenk ein, wirtsknecht. 83ᵇ; holla hieher zu trinken. 101ᵃ; holla frisch auf! 242ᵃ; holla bub, zur trenk, schenk, senk, dasz ich mein gehenk zu guter nacht schwenk. 248ᵃ; holla, holla, frischen wein her! 248ᵇ; holla, bindet die frawen ledig und losz. H. J. v. Braunschweig 103; holla bauer, das vieh heraus. Lehmann 57;
holla! kommt herein, der koch läszt sagen,
dasz es zeit die speisen aufzutragen.
A. Gryphius 1698 1, 643.
holla ruft man namentlich um gehört zu werden, wenn niemand zu sehen ist: Schweizer. Roller. (hinter der scene). holla ho! holla ho! Schiller räuber 2, 3;
holla! holla! ich hör euch kommen,
hab eure stimmen schon vernommen!
Fr. Müller 2, 141;
holla, holla! thu auf mein kind!
Bürger 14ᵃ.
2)
zum hemmen und einhalten: da rufet Keibkamp: holla ir stallbrüder, holla, hüpschlich ihr jungherrn, hüpschlich, was wolt ihr mit mir anfangen, ihr secht doch, ich bin nur ein armer teufel. Garg. 228ᵇ; holla, holla, thut gemach. H. J. v. Braunschweig 133; haltet einen (lies haltet ein ein) weinig mit der Susanne, holla, stehet stille. 135; holla, gnädiger herr, fiel ihm Pedrillo ein, mit erlaubnis, woher konnten sie das wissen? Wieland 11, 191; holla, frau zigeunerin, .. ihr sagt mehr als wir wissen wollen. 234; auch beim einhalten und verbessern in eigener rede: ich habe für diesem bei einem schneider, holla! kleidermacher, aber nicht aus-gelernet. ped. schulf. 83; ferner beim stutzen und mistrauisch werden: halt! (sagte der visitator) was habt ihr in euern säcken? der bauersmann sagte halb leise und mit verzagter stimme: haber, und schaute mit einem ängstlichen blick nach den pferden. der visitator meinte, er blicke nach den säcken, und dachte: holla! Hebel 3 (1853) seite 9.
3)
an die bedeutung 2 lehnt die redensart an: damit holla, damit fertig, genug: damit aus und holla. Siegfr. v. Lindenb. 2, 416; unser liebwertisten eltern lieszeten die zwei reisenden handwerksbürscheln brav auszfeuchteln und damit holla! o das ware uns zum erstaunen gesund. Schwabe tintenf. a 7ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1874), Bd. IV,II (1877), Sp. 1743, Z. 44.

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Zitationshilfe
„holla“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/holla>.

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