Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

holzbock, m.

holzbock, m.
1)
wilder bock, waldbock: holzbock, capreolus, caper silvestris. voc. inc. theut. k 3ᵃ, in andern vocabularien rehbock oder steinbock, vgl. Dief. 98ᵃ. in Düringen heiszt es von einem besonders gesunden und ertragungsfähigen menschen er ist gesund, derb wie ein holzbock.
2)
holzbock, ein gestell (vergl. bock 10, theil 2, 204) mit gekreuzten beinen, zum sägen des holzes. Jacobsson 2, 278ᵃ. auch ein gestell im kamin, zum drauflegen des brennenden holzes, brandbock, feuerbock.
3)
holzbock, schimpfwort für menschen, mit besonderer betonung des steifen, störrischen, knüpft wol eher an die bedeutung 2 als an die erste an; so von weibern: es seindt (viele weiber) holzböck, wilde unfläter, den kein guͦt wort ausz dem mund geht. S. Frank sprichw. 2, 201ᵃ; die störrigen holzböcke und ungeratene unholden, welche hie weder man noch kindern haben gut gethan. F. Roth hausmütter ABC k 6ᵇ; von männern: ein holzbock zum manne. Bocc. 1, 181ᵃ; weil ihn (einen prediger) bedünkte, es hätten sich an seiner person etliche saturnische holzböcke geärgert, die da vermeineten, geistliche solten nur immer saur sehen. Simpl. 1, 122 Kurz; ein holzbock, der stets ein catonianisches gesichte machet, dienet zu keinem politico. Butschky Patm. 860; gott eilet mit einem bedrängten und betrübten eheweib manchmalen aus der welt und läszt dem holzbock das nachsehen und die zu späte reue. Scriver seelensch. 2, 282; das ist immer ein ganz ander leben, wenn die französische einquartierung hier auf dem platz ihr brod und fleisch ausgetheilt kriegt, als wenn die preuszische oder hessische holzböcke einrücken. Bettine briefe 1, ix; dem genie in der musik steht der gelehrte in der musik allemal als ein holzbock gegenüber. 2, 285;
du unverstandtner grober holzbock.
H. Sachs 3, 3, 84ᵃ;
Holzbock in einem fastnachtsspiele als eigenname eines bauern unter andern bezeichnenden:
Maulfrank, Lüllars und Lausansloch,
Langhals, Schlotmock und Küestrick,
Holzpock und Lüllzapf, merket mich.
336, 11.
4)
holzbock, ein käfer, cerambyx, auch bockkäfer (wegen seiner fühlhörner, die den hörnern eines steinbocks ähneln), dessen larven im holze ihre nahrung finden; der weiche holzkäfer, leptura, mit cerambyx nahe verwandt. Nemnich 3, 378.
5)
holzbock, acarus reduvius, eine in gesträuchen lebende milbe, die thieren lästig wird. Nemnich 1, 19; holzbock, redivius, waldheinz. Alb. Xx 3ᵃ; redivius ein holzbock, ein würmlin das den thieren an der haut kläbet, und das bluͦt ausz sauget onablässig, bis dʒ gestirbt. Dasyp.; holzbock, hundslausz, plaget die hünd und die ochsen, redivius, ricinus. Maaler 230ᶜ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1874), Bd. IV,II (1877), Sp. 1768, Z. 24.

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Zitationshilfe
„holzbock“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/holzbock>.

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