Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

honigthau, m., n.

honigthau, m. n.
eine süsze klebrige flüssigkeit auf pflanzen, die ihnen verderblich ist und von blattläusen herrührt, nach altem glauben aber vom himmel fällt:
bî sente Jôhannis tac
des baptistin dort gelac
in Galliâ ein honictow,
der daʒ getreide sô durchzow,
swer sîn in den munt genam,
daʒ der hongis smac vornam.
Jeroschin 1286;
honigtau, das ausz dem himmel auf die prophetische und apostolische bäum falt. bienk. 240ᵇ; so oft ein hagel in der luft, ein honigthau oder ein heer von mäusen bessere zeiten (für einen kornwucherer) verkündigte. Möser patr. phant. 2, 54;
so wenn die rosen liegen
auf die die sonnen fällt, sieht man die bienen fliegen,
die vor der honigthau auf iedem blat erquickt!
A. Gryphius 1698 1, 246;
kleiner schritt und hoher sprung
durch honigthau und düfte!
Göthe 12, 225.
bildlich: auf deine himmlische bescheidenheit war der honigthau des beifalls .. zerstörend gefallen! J. Paul uns. loge 3, 7; (ein sturm) der keine biene vom honigthau der ehre wirft. Kampanerth. 18; den bienen gleich, die .. auf der rose der schönheit nur den honigthau des nutzens suchten. Katzenb. bader. 3, 63;
den süszen honigthaw
gibt desz mündleins rosenaw.
Logau 1, 160, 85;
mir liebt eine hübsch, eine zart, eine junge ...
ausz derer leffzen ich honigthaw sauge.
2, 126, 34.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1875), Bd. IV,II (1877), Sp. 1793, Z. 10.

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honigteig hunger
Zitationshilfe
„honigthau“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/honigthau>.

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