Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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gehopft, gehöpft, part. pass.

gehopft, gehöpft, part. pass.
zu hopfen, höpfen (s. d.): das bier, so wol gehopfet ist, haltet den bauch offen. Tabernaemontanus 639; in ungehopftem bier. Hohberg 2, 71ᵇ; das gehöpfte bier. 2, 82ᵃ. 83ᵃ. 87ᵇ u. ö.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1880), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 2495, Z. 62.

hopfe, hopfen, m.

hopfe, hopfen, m.
humulus. im ahd. nicht vor dem 11.—12. jahrh. nachgewiesen: hopfo vitiscella, hophe humulus Graff 4, 832; mit mitteldeutschem consonantenstande vitecella hoppo Germ. 9, 23; mhd. hopfe, mlat. hupa Dief. 282ᶜ; niederl. hoppe, hoppe-kruyd (Kilian), niederd. und mitteld. hoppe, hoppen; humulus happen Dief. 546ᵇ; der rauch und stank darvon (vom spieszglanz) verderbet laub, grasz, hoppen und getreide. Mathes. Sar. 99ᵇ. Als nächster verwandter des wortes erscheint das ahd. hiafo, hiufo tribulus, hiufaltar rubus, tribulus (Graff 4, 836), alts. hiopo dornstrauch, es scheint beiden worten nur die allgemeine vorstellung eines rankengewächses zu grunde zu liegen, und das griech. κύπτω κέκυφα sich ducken, sowie das lateinische cubare, cumbere, die auf eine wurzel mit schwankendem consonantischen schlusz weisen (kup und kub), können zeigen, wie diese vorstellung aus dem begriffe des liegenden, am boden geduckten sich entwickelte. Wie früh der hopfen für die bierbereitung verwendet wird, ist nicht zu ermitteln, das mittelalter braucht ihn auch für den meth: nim denne ein halpmeʒʒigen hafen, unde tuo in halp vol hopphen unde ein hantvol salbey, unde siede daʒ mit der wirz (des methes). Haupts zeitschr. 5, 12; hopfen humulus, est quaedam herba pro cervisia et pro pistoribus in aliquibus partibus. voc. inc. theut. k 3ᵇ; aus hopfen macht man bier. Sebiz feldb. 262; das bier ward im hause gebraut, das malz selbst gemacht, und der hopfen daheim besser gezogen, als er von Braunschweig eingeführt wird. Möser patr. phant. 1, 125; hopfe ist eine herrliche sache vor einen hauswirth, nicht nur zum bierbrauen, sondern auch zum handel, wo er damit recht umzuspringen weisz. öcon. lex. 1072. Sprichwort, an die bierbereitung anlehnend: es ist doch hopf und malz an ihm verloren. Ernst gemütsergetzlichkeiten 595;
da man schrieb den edel und vest,
da stund die sach am allerbest,
da man schriebe hochgebohrn,
da war hopfn und malz verlohrn.
Pistorius thes. par. 8, 94;
denn oft ist malz und hopfen,
an so viel armen tropfen,
so viel verkehrten thoren,
und alle müh verloren.
Göthe 11, 134;
doch männer sind ganz unverbesserlich geboren,
an ihnen ist der hopfen wie das malz verloren.
Kotzebue dram. sp. 2, 163.
Man unterscheidet den wilden hopfen, auch rasenhopfen, waldhopfen, heckhopfen, dornhopfen vom zahmen hopfen, gartenhopfen, feldhopfen. der taube hopfen ist der männliche, zapfenhopfen der weibliche, frucht tragende hopfen (Nemnich 3, 183. 184). man baut, zieht den hopfen; vlichtet der hopphe uber den zûn, swer die worzeln in deme hofe hât, der grîfe deme zûne sô he nêste müge, und zîhe den hopphen. Sachsensp. 2, 52, 1; der hopfen schöpft, blüht. Jacobsson 4, 36ᵇ; den hopfen lähmen heiszt die ranken unter der erde zerschneiden, um den hopfen noch an den stangen stehen zu lassen. 6, 115ᵃ; den hopfen stängeln, depangere palos ad singulos cauliculos lupuli. Stieler 857; hopfen flocken, abstringere flores lupuli. das.; hopfen abbrechen, hopfen blatten. Frisch 1, 466ᵃ. Hopfenähnliche gewächse führen diesen namen: spanischer hopfen, origanum creticum (4, 786); unsrer lieben frauen hopfen, trifolium agrarium, gelber wiesenklee (1476).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1875), Bd. IV,II (1877), Sp. 1795, Z. 6.

hopfen, verb.

hopfen, verb.
mit hopfen versehen: bier dasz nit stark gehopfet ist. Paracelsus chir. schr. 43 C; da der kaplan gern die konfituren des schicksals ... mit etwas versäuerte und hopfte. J. Paul Hesp. 2, 81. auch in umgelauteter form: höpfen, hüpfen das bier. Schm. 1, 1141 Fromm.; höpfen, den hopfen ins bier thun. Frisch 1, 466ᵃ. vgl. unten höpfnen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1875), Bd. IV,II (1877), Sp. 1795, Z. 65.

hopfen, verb.

hopfen, verb.
nebenform zu hupfen, hüpfen (s. d. und vgl. auch hoppen):
das loch dir dein got nit mag verstopfen,
dein haupt muosz dir über ein swertklingen hopfen.
fastn. sp. 297, 21;
er fiel den rechten fusz entzwei,
auf den linken da hopft er heim.
Ambras. liederb. 259, 56 s. 378;
Zoilus hält nichts vom tichten,
pflegt poeten zu vernichten,
dasz nicht Midas eselskopf
ihm wo auf die achseln hopf.
Logau 1, 22, 70.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1875), Bd. IV,II (1877), Sp. 1795, Z. 71.

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Zitationshilfe
„hopfen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/hopfen>.

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