Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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hoffen, verb.

hoffen, verb.
sperare. das verbum, den alten oberdeutschen dialecten unbekannt, ist zu frühest in dem ags. des 9.—10. jahrh. als hopian nachzuweisen, dasz es gleichzeitig auch in den continentalen niederdeutschen dialecten vorhanden sei, läszt sich nach dem mehrmals in den altniederfränkischen psalmen vorkommenden nahe verwanten substantive tô-hopa hoffnung vermuten. später zeigt sich ein mittelniederl. hopen, mnd. hopen, hoppen (Theophilus 1, 530 Hoffm., Hölscher nd. geistliche lieder s. 77), engl. hope häufig, und dringt in die angrenzenden sprachgebiete vor, sowol nach norden ins schwed. als hoppas, dän. haabe (im altnordischen fehlt es), als auch nach süden in das oberdeutsche, durch das mitteldeutsche hindurch, in welchem letzteren gebiete es seit dem 13. jahrh. viel häufiger als im oberdeutschen erscheint, wo sich das einheimische gedingen lange hält; doch kann auch hier schon für das ende des 13. jh. das durchdringen von hoffen angenommen werden, da es Konrad von Würzburg braucht; andere haben hoffen und gedingen tautologisch verbunden:
ich hoffe und gedinge
daʒ mir nu gelinge,
nu ich iuch here bringe.
Haupts zeitschr. 11, 494, 71.
Zur ermittelung der sinnlichen grundbedeutung von hoffen darf das ags. hoppan, niederd. hoppen, ahd. hupfan, mhd. hupfen und hüpfen neben hubben und huppen wol als nächst verwant herangezogen werden. übertragung von bezeichnungen des aufspringens auf gemütserregung findet auch sonst statt (vergl. entsetzen th. 3, 621, erschrecken 970), und ein bairisches aufhoffen, verhoffen über ein ding, davon überrascht, darüber stutzig werden, auffahren (Schm. 1, 1063 Fromm), schwäbisch verhofft, unvermutet, unerwartet, erschreckt (Schmid 283), ebenso in der jägersprache ein hirsch hofft, verhofft sieht sich um, stutzt ( Adelung), kann nicht anders als im engsten zusammenhange mit hüpfen aufgefaszt werden, aus der bedeutung des in die höhe springens ergibt sich die des überrascht auffahrens; anders hat das niederdeutsche sprachgebiet die alte sinnliche bedeutung gewendet, ihr ist das hochspringen das bild für das ungeduldige spähen, erwarten, ausschauen gewesen, woraus der sinn sperare, wie er uns in dem worte seit alter zeit erscheint, sehr natürlich sich abblaszt.
Bedeutung und gebrauch.
1)
die allgemeine bedeutung etwas erwarten, warten erscheint noch manchmal: venn man sichs am wenigsten hofft, ligt der fisch in reusen. Lehmann 1, 221; ich befürchte mich, wenn er (der blinde ehemann meiner tochter) sein gesicht wieder bekähm, möchte er ob der heszlichkeit meiner tochter erschrecken, und sie zu verlassen bewogen werden, welches, weil er blind ist, nicht leicht zu hoffen. pers. rosenth. 2, 37;
wer andre leute schmeht
hat oftmals über hoffen,
wies in gemein den spöttern geht,
sich selber recht getroffen.
Neumark lustw. 46.
auch warten, lauern:
dachten, den fuchs feindlich zu strigeln,
mit zweien dicken, groszen prügeln,
und fleiszig nach dem fuchs zu hoffen.
B. Waldis Esop 4, 99, 441;
auf jemand warten:
komm, schürze, spring und schwinge dich!
die hochzeitgäste hoffen;
die kammer steht uns offen.
Bürger 14ᵇ.
2)
gewöhnlich ist die bedeutung auf etwas künftiges angenehmes warten, dasselbe erwarten, in verschiedener construction.
a)
häufig in der ältern sprache mit gen. der erwarteten sache: mhd.
ich hoffe des, daʒ mîn reht iht sî sô guot,
daʒ si mir schiere ein vil liebeʒ ende gît
der grôʒen swære, sô sî des nu dunket zît.
minnes. 1, 321ᵃ Hagen.
nhd. Daniel cap. 9 hat inen angezeigt ir ende, das sie (die juden) keiner versamlung mehr hoffen dürfen. Luther 5, 4ᵃ; da ist nicht viel rufens zu gott gewesen, sondern eitel verzweiveln am leben. und ist nicht wunder, wer solt des lebens in solchem fall hoffen, so er im tiefen meer .. verschlungen und versunken war? 3, 213ᵇ; das wir eines andern lebens hoffen. 6, 209ᵇ; der tag ist nahe, des wir hoffen, und den sie fürchten müssen. 8, 7ᵇ; die so ir den herrn fürchtet, hoffet des besten von im. Syr. 2, 8; denn sie haben Jacob getröstet, und erlösunge verheiszen, der sie gewis hoffen solten. 49, 12; die hoffnung aber, die man sihet, ist nicht hoffnung, denn wie kan man des hoffen, das man sihet? Röm. 8, 24; wir aber warten im geist .. der gerechtigkeit der man hoffen mus. Gal. 5, 5; so werde ich des ärgsten warten, und des bessern hoffen. Butschky Patm. 385;
hoffet deiner güte.
Melissus ps. B 4ᵃ;
und noch bei Arndt:
denn olympisch wird der tag erstehen,
dessen wir hoffen.
ged. (1840) 161.
b)
statt dessen mit der präposition in und dem acc.: in dich habe ich gehoffet mein gott. Luther 1, 26ᵃ (ps. 38, 17, später verändert in ich harre herr auf dich); es ist nütz umb die uszerlichen ding, si vermögend nütz zur säligkeit: hoffe nieman darin. Zwingli von dem touf a 1ᵇ; es ist etwann gewest, dasz die fürsten in das regiment und das volk in die fürsten hat hoffen mögen. Petr. 101ᵃ;
und würt doch (derjenige) funden ungeschent,
der hofft in gott bisz an das endt.
Schwarzenberg 140ᵃ;
(David) allain inn gott den herren hofft.
153ᵈ;
wer in den menschen hofft zuͦ weit,
würt in der schrift vermaledeit.
158ᵇ.
anders bei Göthe ein temporales in: warum hofft der mensch nur in die nähe, da musz er handeln und sich helfen, in die ferne soll er hoffen und gott vertrauen. 23, 194.
c)
gewöhnlicher mit der präp. auf und dem acc., und hier wird, wenn auf personen bezüglich, wie bei der vorigen fügung, ein festes zuwarten auf eine künftige fördernde handlung oder ein solches verhalten ausgedrückt: mein gott ich hoffe auf dich, las mich nicht zu schanden werden. ps. 25, 2; wenn wir allein in diesem leben auf Christum hoffen. Luther 6, 209ᵇ; wenn ich gleich derjenige selbst nicht bin, auf welchen unser volk hoffet. Bürger 135ᵇ; der auf seinen herrn hoffet und harret. Petr. 101ᵃ;
und alle welt fürcht ihren herrn,
und hoff auf ihn, und dien im gern.
Gellert 2, 146;
soll ich, o gott! noch länger leben:
so wirst du, was mir gut ist, geben;
du giebsts, ich hoff auf dich.
s. 151;
hofft auf den herrn!
er hilft uns gern;
seid fröhlich, ihr gerechten!
s. 208;
auch in bezug auf dinge drückt hoffen vertrauen auf etwas künftiges vorwärts helfendes aus: ich hoffe aber dar auf das du so gnedig bist. ps. 13, 6; das sie nicht gleubten an gott, und hoffeten nicht auf seine hülfe. 78, 22; die dich fürchten, sehen mich und frewen sich, denn ich hoffe auf deine wort. 119, 74; weh denen, die hin ab ziehen in Egypten umb hülfe, und verlassen sich auf rosse, und hoffen auf wagen. Jes. 31, 1; itzt auch auf den künftigen sieg und hülfe, die ihnen der herr schicken würde, hoffen. 2 Macc. 15, 8;
merk ob du weiszlich hoffen bist
auf glück das ni gerathen ist.
Schwarzenberg 120ᵇ,
zu hoffen bist, wofür jetzt höchstens hoffend bist verständlich wäre, ist auf eine bemerkung bei haben sp. 65 zu verweisen;
so hoff ich denn mit festem muth
auf gottes gnad und Christi blut.
Gellert 2, 191;
ich hoff auf seine (gottes) gnade, sir, und hoffe
auf strenges recht von meinen irdschen richtern.
Schiller M. Stuart 1, 2.
In andern wendungen tritt auch der begriff der zuversicht und des vertrauens zurück und nur das warten auf etwas künftiges und erwünschtes auf: ich hoffe auf baldige antwort; wir hoffen auf sein kommen; sie hoffe aufs liecht. Hiob 3, 9; muste dero wegen verbleiben und auf eine ungewisse erlösung hoffen. Simpl. 1, 394 Kurz;
die gunst, worauf umsonst die stolze schönheit hofft.
Wieland 10, 139;
hoff ich bei dir auf gegenliebe,
fühlloser tauber marmorstein?
Ramler 2, 19.
dichterisch auch von etwas unbelebtem gesagt:
nur die stoffe seh ich gethürmt, aus welchen das leben
keimet, der rohe basalt hofft auf die bildende hand.
Schiller spaziergang v. 178.
d)
hoffen zu einem, ist selten und nur in verbindung mit weiteren constructionen gebräuchlich: wir hoffen aber zu gott, das der herr .. werde sich unser bald erbarmen. 2 Macc. 2, 17;
ich hoffe nichts von ihm, ich hoffe zu gott:
er werd ihn retten.
Klopstock 9, 14;
er wird dir,
hoff es freudig zu ihm, du seine mutter, erscheinen!
5, 300;
ich hofft es zu dir!
6, 293.
e)
statt der verbindung von hoffen mit dem genitiv (oben a) tritt die mit dem accusativ zunächst bei allgemeinen begriffsbezeichnungen auf: der böse hat nichts zu hoffen. spr. Sal. 24, 20; sterben sie aber balde, so haben sie doch nichts zu hoffen. weish. 3, 18; es ist aber der glaube eine gewisse zuversicht des, das man hoffet. Hebr. 11, 1; etwas hoffen, habere aliquid in spe. Maaler 229ᵃ;
sie (die liebe) hofft und gläubt und duldet alles.
Gellert 2, 144 (nach 1. Cor. 13, 7);
hoffe das beste!
s. 158;
laszt mich wissen,
was ich zu fürchten, was zu hoffen habe.
Schiller Stuart 1, 2;
bei gott, du wirst, ich hoffs, noch viele jahre
auf ihrem grabe wandeln.
2, 3;
freund, hoffe nichts und fürchte nichts auf erden
mit leidenschaft.
Seume ged. 27;
dann aber auch bei speciellen begriffen, allerdings mehr in poetischer sprache: so du hoffest die zukunft deines fürsten. Petr. 101ᵃ;
fehnrich Stolzer der küne mann,
setzt mit den doppelsoldern nach
und hoffet gar gewonnen sach.
froschmeus. Yy 4;
die für drang, zwang, pein und schmach
endlich mehr kaum kunten giben,
hoffen luft und mehr gemach.
Logau 2, 245;
hier stund ein glückstopf offen.
und reizte manche faust, den reichsten grif zu hoffen.
Günther 508;
ich hoff ein ewig leben.
Gellert 2, 191;
der jüngling hofft des greises ziel.
221;
die gnaden alle der himmel,
ja die ganze fülle der wonne, die selige fülle
aller deiner erbarmungen hoff ich nun!
Klopstock 5, 253;
ersetzt kann mein gemahl mir werden;
kinder zu hoffen erlaubt mein alter.
Ramler 1, 116;
von dem die königin
in ihrem unglück rettung hofft.
Schiller Stuart 2, 8;
und selbst mit dem acc. der person:
such (westwind) sie, und sag ihr das in ihre leisen ohren:
dort ist er, der dich wünscht, du göttliche gestalt:
dort ist er, der dich hofft.
Fleming 616.
in erweiterter construction: auch dich hofft er halbwegs zu einem kühnen komplott. Schiller Fiesko 1, 3;
sie (die sonne) hofft ich nach der trübe doppelt schön.
Göthe 1, 4;
im passiv: eine zu hoffende besserung; als ob ich .. der barmherzigkeit gottes vor meine hoffende erlösung bisz in mein ende danken wolte. Simpl. 1, 394 Kurz; die gehoffte antwort lief ein; die lange gehofften gäste sind angekommen. Auch: etwas von einem hoffen; ich hoffe das beste von seinem einflusse;
ich seh, als im gesicht, was andre von dir hoffen.
Canitz 61.
f)
hoffen mit zu und einem infinitiv: wenn ir leihet, von denen ir hoffet zu nemen. Luc. 6, 34; der würde ihres geschlechts (dessen verehrer er allezeit zu bleiben hofft) zu nahe zu treten. Wieland 12, 53;
ich hoff sie zu erwerben frei.
H. Sachs 3 (1588), 2, 65ᵇ;
wie hofft ich ihr den ersten grusz zu bringen!
Göthe 1, 4;
hofft (spricht sie) nicht durch läugnen zu entgehn.
Wieland 10, 143;
und hoffe noch, das äuszerste zu hindern.
Schiller M. Stuart 2, 8.
g)
es folgt ein abhängiger satz mit dasz eingeleitet: ich hoffe schon, das der ewige euch helfen wird. Bar. 4, 22; wiewol ich hoffe, das es sol besser mit mir werden. 2 Macc. 9, 22; wie ich endlich warte und hoffe, das ich in keinerlei stück zu schanden werde. Phil. 1, 20; wir hoffen, dasz seine gesundheit sich bessere;
sie hofft, dasz deine ruhmbegierge jugend
willfährger sein wird als mein starres alter.
Schiller M. Stuart 2, 7.
h)
auch ohne dasz wird ein abhängiger satz angefügt: wir hoffeten es solt friede werden. Jer. 14, 19; ich hoffe, er werde mirs wol widergeben. 2 Macc. 7, 11; ich hoffe ich wölle etliche zeit bei euch bleiben. 1 Cor. 16, 7; ich hoff er werde dir frisch und gsund wider heimkommen, spero illum tibi salvum affuturum. Maaler 229ᵃ; in alterthümelnder schreibart: hoffende, ew. liebden werden sich durch die nähere lage bewegen lassen, eine excursion nach Eisenach zu machen. Wieland bei Merck 2, 101;
ich hoffe stark,
es sei ihm schon bestellt der sarg.
Opel u. Cohn 103, 39;
ich hoffe,
der herzog wird in keinem stücke weichen.
Schiller Piccol. 1, 1;
ich hoff, es ist noch alles herzustellen.
2, 7.
i)
hoffen endlich absolut gesetzt: das neme ich zu herzen, darumb hoffe ich noch. klagel. 3, 21; wie wir hoffeten. 2 Cor. 8, 5; so lang ich lebe, hoffe ich auch, dum spiro, spero. Stieler 846; wie gehoffet, so getroffen. Otho 626; hoffen konnte sie nicht, und wünschen durfte sie nicht. Göthe 17, 195; hast aber leut funden, daran du dich henkst und schwankst hin und her, wartest, harrest und hoffest. Petr. 98ᵇ;
Maria hofft!
kehr ich mit leerem trost zu ihr zurück?
Schiller M. Stuart 2, 8;
doch, hoff ich recht? bin ich zu schnell vielleicht?
Wieland 17, 237 (Idris 4, 49).
als einfügung in sätze: ich will dich, wie ich hoffe, bald sehen, te, ut spero, propediem videbo. Steinbach 1, 768; das wird, hoffe ich, unterbleiben;
so ist deines fürsten gunst
mir nicht, hoffe, gar ümmsonst.
P. Fleming 414 (352, 42 Lappenb.).
Im particip: man sagt neuerdings eine hoffende frau, eine frau die guter hoffnung ist.Der infinitiv steht substantivisch: durch stille sein und hoffen würdet ir stark sein. Jes. 30, 15; hoffen ist nicht haben, spes non est res. Stieler 846; ich erblicke, was ich im allgemeinen gedacht und gehofft, nunmehr im einzelnen und gar manches über denken und hoffen. Göthe 55, 326; hoffen und harren macht manchen zum narren (vgl. unter harren sp. 496);
wofern mein hoffen
(ruft Itifall) mich dieszmahl nicht betrügt.
Wieland 17, 238 (Idris 4, 51);
o, zarte sehnsucht, süszes hoffen.
Schiller glocke v. 74;
jetzt ist sie da, die kalte schreckenshand,
die in mein fröhlich hoffen schaudernd greift.
Wallenst. tod 3, 2;
dem alten manne, den am grabesrand
kein irdisch hoffen mehr verführen kann.
M. Stuart 2, 3;
herr, so umnachtetem gemüth
kein hoffen mehr auf erden blüht.
Lenau Faust 38;
gieng die liebe ohne hoffen
traurig durch den grünen wald.
neue ged. 130.
3)
aus dem hoffen, dasz etwas übles nicht eintreten werde, ist in lässiger redeweise geworden nicht hoffen, dasz etwas böses eintreten werde, eine weise die schon Frisch 1, 461ᵇ als einen misbrauch bezeichnet, die sich aber seit jahrhunderten fest eingebürgert hat: ich will nicht hoffen, dasz ein ehrlicher kärl sein werde, der dir dieses werde übel auszdeuten. Schuppius 264; ob ich gleich nicht hoffe, dasz durch diesen umstand dasjenige, was ich liefere, in ansehung der güte gelitten haben soll. Heilmann vorrede zur übers. des Thucydides (1760) s. 1; dasz sich etwas schlimmeres (hinter der krankheit) versteckt halten sollte, will ich nicht hoffen. Engel Lorenz Stark cap. 16; ich will doch nicht hoffen, dasz ihr mit einander komplimentirt? Lessing 1, 356; ich hoffe nicht, dasz er darüber ungehalten werden wird. 12, 34;
ich will nicht hoffen, dasz man ohne mich
vollziehen wird, was nur der mutter ziemt.
Schiller Iphig. 3, 4;
ich hoff nicht dasz ihr geizig seid.
Göthe 12, 141.
4)
in Baiern heiszt hoffen auch sonst besorgen, fürchten: ich hoff dasz mir der Inn mein häuslein auch noch mitnimmt, worte eines Innanwohners bei Schm. 1, 1063 Fromm. ob dieser gebrauch an das zu eingang erwähnte gleichfalls bairische aufhoffen, verhoffen stutzen anlehnt, oder an die oben unter no. 3 aufgeführten fügungen des schriftlichen hoffen, soll hier nicht entschieden werden.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1874), Bd. IV,II (1877), Sp. 1668, Z. 44.

hophe, hophei, n.

hophe, hophei, n.
verächtliche bezeichnung eines geringen hab und gutes: fränk. hopphê, hoppehê, hoppetihê, dimin. hopphêlein Schm. 1, 1140 Fromm.; meisznisch hophê, hophêchen; märk. hopphei, hoppheiken. Danneil 85; sein ganzes hopphöhe. Wucke sagen der Werra 1, 91; wenn uns der grosze kerl nur nicht einmal mit all unserm hophey davon läuft. Arnim 1, 57; heh frau, Ruthe kömmt die treppe herauf. er will gewisz sehen, ob die gerichtlichen hundsfütter unser hophehchen ganz aufgeschrieben haben. Weisze kom. opern 2, 222. Das wort ist nichts anders als die interjection hopp hei in substantiver verwendung, die zunächst ein ausdruck des lustigen, leichten emporspringens, sonst als substantiv auch verwendet wird in der bedeutung lustiges fest, lustige gesellschaft (Schütze 2, 162. Brem. wörterb. 2, 655), lärm, getümmel (Frommann 5, 148 aus Fallersleben), und selbst fehler, miszlingen (hoppheu, hopphê in diesem sinne im Lippeschen und Ravensbergschen 6, 212). die obenangegebene bedeutung denkt an die leichte habe, die ein lustiges tanzen durch die welt nicht hindert.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1875), Bd. IV,II (1877), Sp. 1798, Z. 18.

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„hophe“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/hophe>.

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