Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

horchsam, adj. und adv.

horchsam, adj. und adv.
zum aufmerken, horchen geschickt oder geneigt, aufmerksam; ein, wie es scheint, erst im letzten viertel des vorigen jahrhunderts alterthümelnd gebildetes oder aus einer mundart in die schriftsprache verpflanztes wort. es läszt sich zuerst (doch vgl. auch unten horchsamkeit) bei Fr. Müller nachweisen: der horchsame Veit entsetzte sich ob der schauerlichen mähr. erzählungen 88; und fast gleichzeitig öfters bei Musäus: morgen um das erste hahnengeschrei sei wach und horchsam. volksmährchen (1788) 2, 69; wenn ihre melodische hand dem horchsamen ritter die weichsten akkorde ins herz zu lautenieren gedachte. ausgabe von 1842 s. 216; und die beredte laute ermangelte nicht seine frohen empfindungen in das horchsame ohr der schönen blumenfreundin über das enge gäszchen hinüber zu moduliren. s. 446;
auch ein najadchen, schlank und zart,
spielt horchsam im bassin verstecken.
kinderkl. 55;
einmal auch bei Göthe:
(wo) dem lügenfürsten du ein horchsam ohr geliehn.
41, 294.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1875), Bd. IV,II (1877), Sp. 1804, Z. 46.

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Zitationshilfe
„horchsam“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/horchsam>.

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