Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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hudler, hudeler, m.

hudler, hudeler, m.
1)
nach hudeln 1, mensch von lumpigem äuszern, verlumpter, herabgekommener kerl; seit dem 16. jahrh. weit verbreitet und gewöhnlicher als hudel in gleicher bedeutung (no. 3, sp. 1861): hudler, leichtfertiger mensch, scurra, nequam Maaler 231ᵇ; hudler, ein nichts sollender kerl. Schottel 1338; hudeler, sordidus, homo semissis, vilis, es ist ein loser hudeler, nequam, nebulo, item callidus, astutus, furcifer est. Stieler 804; hudler nugator Steinbach 1, 789; ir noppentheurige hudler. Garg. 79ᵃ; die hudler so mich hergeschickt, werden mir ihr verheiszen nicht halten. 153ᵃ; wiewol wer ist arm? sind wir doch reich hudler, wir haben zerrissen kleider. 163ᵃ; die hudeler (kriegsknechte sind gemeint) gafften in an wie ein kalb ein new thor, sperrten die gurgel schuweit auf, und streckten die zungen ausz spannenlang wie ein leithund, also durstig waren sie. 229ᵃ; ist das mein dank und lohn, das ich dich kalen hudeler vor deinem schaden gewarnet habe? H. J. v. Braunschweig 289; nun wirdt der fleischer, der hudeler, der bube, noch manchen ehrlichen man betriegen. 769; hiesz er ihn ein alten partheyischen losen hudler. Ayrer proc. 1, 14; ein loser hudler hat mir ein stück vom briefe gerissen. Chr. Weise überfl. ged. 2, 139; es verlohnt sich nicht, dasz man des hudlers wegen so viel reden soll. freym. redner 522; gehts einmal zu felde, so schont das blei jene glückskinder so wenig, als dich armen hudler. a. mann im Tockenb. 122. auch in halb scherzendem sinne: ihr kleine hudler (von einem kindischen menschen zu den figuren eines holzschnittes gesagt), habt ihr dann keine mäuler mehr? Simpl. 1, 37 Kurz;
wolt ir denn als ein cleusner lebn?
ein hudler und ein lauser sein?
Dedekind christl. ritter K 8ᵃ;
(ich sage) das ir flöh allsambt in gemein
verzagte lose hudler sein,
die sich rühmen so groszer that
und keiner doch kein herz nit hat.
Fischart dicht. 2, 168, 1234 Kurz;
aber sie solln uns nicht bethören,
wir wissen, was die hudler schweren.
1, 88, 3382;
du schlimmer hudler, fürchst dir nicht?
J. Ayrer 379ᶜ (1901, 16 Keller);
der hudler wolte nicht antworten noch verziehen,
mit diesem edlen raub begierig zu entfliehen.
D. v. d. Werder Ariost 12, 7, 1;
und weil von ihm nunmehr der könig wolt erfahren,
wer doch der schlimme kerrl und kahler hudler wer,
als der so wenig nahm in acht sein lob und ehr.
17, 106, 7;
speckhökers, klempeners,
fohrlüde, timmerknecht, scholappers, hudelers,
de süt men alle gahn mit sammitten upschlegen,
so balde se men wat tom brode hebt gekregen.
Lauremberg 2, 726 Lappenberg.
von einem lüderlichen arbeiter oder stümper in seinem fache (vgl. unter hudeln 1, b): so wird hudler ein landsknecht genannt, der bei dem schieszen nach dem ziel immer schlecht und neben vorbei geschossen hat. Kirchhof wendunm. 95ᵇ; der diebs-schneider .. hat das gewand, das oben um den hals gehört und die brüste bedecken solte, unten an dem rock stehen lassen, darum schleift er so weit hinten hernach; man solte dem hudler die hände abhauen, wenn er nicht besser schneidern kan. Simpl. 1, 142 Kurz; wir müssen die hudler nicht für künstler ausrufen. Mattheson kleine generalbaszschule 33.
2)
nach hudeln 2, b, der da quält, peinigt: den hudler musz man wieder hudeln. bei Stieler heiszt so der geizige und der kornwucherer: ein hudler etiam exponitur parcus, avarus, cuminisector, item annonae flagellator, dardanarius. 804.
3)
hudler, eine aus Italien stammende vorzügliche abänderung des gemeinen weinstocks, aus zwei sorten bestehend, wovon die eine weisze, die andere schwarze beeren trägt. Nemnich.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1875), Bd. IV,II (1877), Sp. 1865, Z. 14.

hudler, hudeler, m.

hudler, hudeler, m.
1)
nach hudeln 1, mensch von lumpigem äuszern, verlumpter, herabgekommener kerl; seit dem 16. jahrh. weit verbreitet und gewöhnlicher als hudel in gleicher bedeutung (no. 3, sp. 1861): hudler, leichtfertiger mensch, scurra, nequam Maaler 231ᵇ; hudler, ein nichts sollender kerl. Schottel 1338; hudeler, sordidus, homo semissis, vilis, es ist ein loser hudeler, nequam, nebulo, item callidus, astutus, furcifer est. Stieler 804; hudler nugator Steinbach 1, 789; ir noppentheurige hudler. Garg. 79ᵃ; die hudler so mich hergeschickt, werden mir ihr verheiszen nicht halten. 153ᵃ; wiewol wer ist arm? sind wir doch reich hudler, wir haben zerrissen kleider. 163ᵃ; die hudeler (kriegsknechte sind gemeint) gafften in an wie ein kalb ein new thor, sperrten die gurgel schuweit auf, und streckten die zungen ausz spannenlang wie ein leithund, also durstig waren sie. 229ᵃ; ist das mein dank und lohn, das ich dich kalen hudeler vor deinem schaden gewarnet habe? H. J. v. Braunschweig 289; nun wirdt der fleischer, der hudeler, der bube, noch manchen ehrlichen man betriegen. 769; hiesz er ihn ein alten partheyischen losen hudler. Ayrer proc. 1, 14; ein loser hudler hat mir ein stück vom briefe gerissen. Chr. Weise überfl. ged. 2, 139; es verlohnt sich nicht, dasz man des hudlers wegen so viel reden soll. freym. redner 522; gehts einmal zu felde, so schont das blei jene glückskinder so wenig, als dich armen hudler. a. mann im Tockenb. 122. auch in halb scherzendem sinne: ihr kleine hudler (von einem kindischen menschen zu den figuren eines holzschnittes gesagt), habt ihr dann keine mäuler mehr? Simpl. 1, 37 Kurz;
wolt ir denn als ein cleusner lebn?
ein hudler und ein lauser sein?
Dedekind christl. ritter K 8ᵃ;
(ich sage) das ir flöh allsambt in gemein
verzagte lose hudler sein,
die sich rühmen so groszer that
und keiner doch kein herz nit hat.
Fischart dicht. 2, 168, 1234 Kurz;
aber sie solln uns nicht bethören,
wir wissen, was die hudler schweren.
1, 88, 3382;
du schlimmer hudler, fürchst dir nicht?
J. Ayrer 379ᶜ (1901, 16 Keller);
der hudler wolte nicht antworten noch verziehen,
mit diesem edlen raub begierig zu entfliehen.
D. v. d. Werder Ariost 12, 7, 1;
und weil von ihm nunmehr der könig wolt erfahren,
wer doch der schlimme kerrl und kahler hudler wer,
als der so wenig nahm in acht sein lob und ehr.
17, 106, 7;
speckhökers, klempeners,
fohrlüde, timmerknecht, scholappers, hudelers,
de süt men alle gahn mit sammitten upschlegen,
so balde se men wat tom brode hebt gekregen.
Lauremberg 2, 726 Lappenberg.
von einem lüderlichen arbeiter oder stümper in seinem fache (vgl. unter hudeln 1, b): so wird hudler ein landsknecht genannt, der bei dem schieszen nach dem ziel immer schlecht und neben vorbei geschossen hat. Kirchhof wendunm. 95ᵇ; der diebs-schneider .. hat das gewand, das oben um den hals gehört und die brüste bedecken solte, unten an dem rock stehen lassen, darum schleift er so weit hinten hernach; man solte dem hudler die hände abhauen, wenn er nicht besser schneidern kan. Simpl. 1, 142 Kurz; wir müssen die hudler nicht für künstler ausrufen. Mattheson kleine generalbaszschule 33.
2)
nach hudeln 2, b, der da quält, peinigt: den hudler musz man wieder hudeln. bei Stieler heiszt so der geizige und der kornwucherer: ein hudler etiam exponitur parcus, avarus, cuminisector, item annonae flagellator, dardanarius. 804.
3)
hudler, eine aus Italien stammende vorzügliche abänderung des gemeinen weinstocks, aus zwei sorten bestehend, wovon die eine weisze, die andere schwarze beeren trägt. Nemnich.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1875), Bd. IV,II (1877), Sp. 1865, Z. 14.

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Zitationshilfe
„hudler“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/hudler>.

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