Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

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huf, m.

huf, m.
in behuf, vergl. theil 1, sp. 1343.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1875), Bd. IV,II (1877), Sp. 1867, Z. 1.

huf, m.

huf, m.
1)
ungula, ahd. mhd. huof, in alemannischen quellen auch huob, vgl. unten hufeisen, hufschlag; alts. ags. hôf, engl. hoof, niederl. hoef; altnord. hôfr, schwed. hof, dän. hov; bei Frisch 1, 472ᵇ auch neutral das huf, bei Steinbach weiblich die hufe, ungula 1, 790; in der stammsilbe übereinstimmend mit dem altslavischen kopato, kopyto ungula, ὁπλή, neben kopati σκάπτειν fodere, nsl. kopiti castrare, vergl. Miklosich lex. palaeoslav. 302. hueff, caba est ungula equi. voc. inc. theut. k 4ᵃ; huͦff, roszhuͦff, klauw, ungula Maaler 233ᵃ; der alte plural war hüfe, wie im mhd. hüeve: seiner rossen hüffe sind wie felsen geacht. Jes. 5, 28; die hueffe (eines reitpferdes) sollen hoch und nicht hohl sein, auch nicht schmahl wie an den eseln, sondern fein breit und rund, weilen in den holen schmahlen hüffen gerne der kern und das leben schwindet. Böckler kriegsschule 969; jetzt in der schriftsprache nur hufe, wie schon Stieler 863 ausschlieszlich verzeichnet. Man unterscheidet gespaltene und ungespaltene, volle, platte, tiefe, hohe, harte hufe; den huf auswirken, das huf aushohlen, um das hufeisen anzuschlagen. Frisch 1, 472ᵇ; sie (die hand) wird mit ringen wie ein huf beschlagen. J. Paul; das ross stampft mit den hufen; das mächtige ross, einen stolzen weg verfolgend, kann sich um die ameisenhäuflein nicht bekümmern, die es unter seinen hufen zerstampft. Holtei Lammfell 10;
hier lieg ich
mit meinen kindern — lasz die armen waisen
von deines pferdes huf zertreten werden!
Schiller Tell 4, 3;
um das feuer auf der erde,
vor den hufen seiner pferde
liegt das östreichsche piket.
Freiligrath dicht. 1, 45;
alle, die das sandmeer schon verschlungen,
deren sturmverwehte asche heut vielleicht an unsern zungen
klebte, deren mürbe schädel unsrer rosse huf zertreten.
154;
schallt ein huf recht dreist metallen.
3, 56.
vergl. auch ross-, pferde-, esels-, kamel-huf.
2)
der teufel wird mit pferdefusz gedacht (vgl. Grimm myth. 946) und sein huf ausdrücklich erwähnt:
und ob der teufel reagirt
mit huf und horn und alledem.
Freiligrath dichtungen 3, 171;
daher: ist nicht Dorinde von gesicht
ein engel? ohne zweifel.
allein ihr plumper fusz? der hindert nicht.
sie ist ein engel von gesicht,
von huf ein teufel.
Lessing 1, 5.
3)
hufe für die huftragenden thiere:
ich führe dieses heer von hunderttausend hufen ...
zurück, o könig, vor dein schlosz.
Freiligrath dicht. 1, 89.
4)
huf, die hufspur: einem in die hufe traben, eines fuszstapfen nachfolgen, aufsicht auf ihn haben, und wo er auf unrichtigem weg, dasselbe bestrafen. Frisch 1, 472ᵇ als sprichwörtliche redensart aus Mathesius: tyrannen leiden doch nicht, das ists lied vom ende, das inen ir arzt, prophet oder beichtvatter masz und ordnung stellen und inen in die huͤff draben wöllen. Sar. 11ᵃ; drabt ir mit solchen worten weidlich in die hufe denselben abend. Luther tischr. 335ᵃ.
5)
huf, im Meisznischen die hornhaut an den händen, die sich durch harte arbeit bildet, callus; ich habe rechten huf in den händen sagt ein arbeiter.
6)
huf, beim fleischer das erste stück fleisch, welches von der hinterkeule des rindes gehauen wird, und sich unten am schosze anhängt. Jacobsson 6, 120ᵇ. wol kaum hierher gehörig, sondern eher für hub (sp. 1849) stehend.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1875), Bd. IV,II (1877), Sp. 1866, Z. 19.

huf, interj.

huf, interj.
zuruf an das zugvieh, zurück zu gehen und den wagen zurückzuschieben. Frisch 1, 472ᵇ als vorzüglich fränkisch; auch hessisch. Vilmar 177, hûf zurück!; hennebergisch fränkisch huͤf! und huͤf zeröck! Fromm. 5, 450; bair. hüf, huif, hüf! Schm. 1, 1063 Fromm.; in Tirol und Schwaben aber hauf! Fromm. 3, 110. 6, 233. vgl. hufen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1875), Bd. IV,II (1877), Sp. 1867, Z. 2.

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Zitationshilfe
„huf“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/huf>, abgerufen am 03.06.2020.

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