Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

Es wurden mehrere Einträge zu Ihrer Abfrage gefunden:

frohnhube, hufe, f.

frohnhube, hufe, f.
frohnpflichtiges ackerland.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1863), Bd. IV,I,I (1878), Sp. 238, Z. 38.

hufe, f.

hufe, f.
ein landmasz. ahd. huoba, mhd. huobe, alts. hôva, dem ags. und altnord. fehlend, gothisch nicht nachgewiesen; im ältern nhd. hube. daneben begegnen die formen mit innerm v oder f in mittel- und niederdeutschen quellen seit dem 15. jahrh. häufig: mansus hove, huyf, hauf, huff, hoef, hufe, hueve u. ähnl. Dief. 347ᶜ. noch im 17. und beginnenden 18. jahrh. gehen für die schriftsprache die formen hube und hufe neben einander, die wörterbücher führen beide als gleichberechtigt auf (hube und hufe mansus Schottel 1338. Stieler 724. Steinbach 1, 789), Frisch 1, 471ᶜ bevorzugt bereits die seither allein geschriebene form hufe, der gegenüber hube nur den mundarten, namentlich den westmitteldeutschen, geblieben ist. Dasz hube, hufe in zusammenhang mit haben stehe, ist längst bekannt; nur wird nicht sowol der begriff des besitzes, als der des umfassens und zusammenhängens (vergl.haben I, 1, sp. 50) für die eigentliche bedeutungsbestimmung von hufe heranzuziehen sein, so dasz das wort zunächst nur ein zusammenhängendes, einheitliches stück land bezeichnen soll. als nächster verwandter darf ein gothisches eben so auf haban zurückführendes verbum ga-hôban angesehen werden, das durch sein verbalsubstantiv gahôbains in dem übertragenen sinne ἐγκράτεια, continentia, castitas Gal. 5, 23 bezeugt, und von der bedeutung des zusammenhalts im allgemeinen auf die innere, sittliche geschlossenheit gewendet ist. formell, weniger dem sinne nach steht eben so nahe ags. be-hôfian brauchen, dürftig sein, nhd. behuben und behufen, vgl. theil 1, sp. 1343. hufe bezeichnet
1)
ein gemessenes und gehegtes landstück in flur oder wald, dessen grösze schwankt, vgl. die angaben bei Grimm rechtsalt. 535 und bei Frisch 1, 471ᶜ, dreiszig oder vierzig morgen, anderswo fünfzehn oder zwanzig (Schm. 1, 1039 Fromm.) werden genannt; mansus ein huff lands von XII iucharten Dief. 347ᶜ; hueb mansus, huba idem, est possessio agrorum, vel juger. voc. inc. theut. k 4ᵃ, hier ist hufe und juchart gleichgestellt, wie noch bei Kirsch cornuc.: jugerum ... ein morgen oder huf landes; also das die erste schlacht, die Jonathan und sein waffentreger thet, war bei zwenzig man, bei nahe in halber huffen ackers, die ein joch treibet. 1 Sam. 14, 14;
auszer dem hof erstreckt ein garten sich, nahe der pforte,
eine huf ins geviert, und rings umläuft ihn die mauer.
Odyssee 7, 113;
weil an Europas groszem besten
ihm mehr liegt als an ein paar hufen landes,
die Oestreich mehr hat oder weniger.
Schiller Piccol. 1, 4;
sprichwörtlich:
heute mein,
morgen dein.
so theilet man die huben.
Simrock sprichw. s. 249.
2)
das von einem colon bewohnte ackerland, stehe es in abhängigkeit von einem herrenhofe, oder sei es unabhängig (Grimm rechtsalt. 535. 536), das ackergut: unser herre hat zwölf huͦbe, der giltet iecliche âne vier nün schillinge. weisth. 4, 104 (Elsasz, 15. jahrh.); wan ein hubner die herren oder den vogt nit bezalt und uf den huben wonet, soll man inen (ihn) pfenden. 580 (fränkisch, von 1462); nach Stüve wesen und verf. umfaszt die hufe stets die 3 stücke, die wohnstatt (area, word, wehr, sohlstätte, curia, curtis, hof, casa, nothstelle), das ackermasz im felde, und den ideellen theil der gemeinheit in wald und weide. s. 25. vgl. auch haupthufe sp. 617.
3)
hufe, in freierem sinne, besitz, landbesitz:
was sprecht ihr nachbar? dieser rein,
der sollte, meint ihr, euer sein?
nein, er gehört zu meinen hufen.
Gellert 1, 40;
auf seiner hufe sitzen, leben: der brief wird dich immer mit einem sehr seltenen manne bekannt machen; mit einem vasallen nämlich, der zufrieden auf seiner hufe sitzt. Thümmel 4, 419; ihm, der auf seiner hufe ganz ruhig gesessen. Göthe 23, 226; junker Siegfried, ... der auf seiner hufe in gutem wolstande lebte. Musäus volksm. 483; noth und mangel treiben die männer von ihrer hufe in die weite. Prutz museum 1866 s. 712.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1875), Bd. IV,II (1877), Sp. 1867, Z. 16.

hufen, verb.

hufen, verb.
nach dem fuhrmannsruf huf oben (sp. 1867) rückwärts weichen: hessisch hufen, einhufen, zurückhufen, das fuhrwerk zurückschieben, machen, dasz dasselbe zurückgeschoben wird, auch figürlich von dem angefangenen abstehen, die gethanen schritte zurückthun oder zurücknehmen, von etwas ablassen. Vilmar 177; und so ähnlich in andern mundarten, z. b. bair. huefen, zurückgehen machen. Schm. 1, 1063 Fromm.; westerwäld. houfe, hufe rückwärts gehen (das gesicht nach vorn) Schmidt 74; düring. hüfen, zurückhüfen, rückwärts gehen, auch bildlich; schwäbisch haufen, zurück gehen, zurück schieben; auch seine aussage ändern, von seinem versprechen abgehen. Schmid 265; da wird (beim römischen carneval, von den wagen im corso gesagt) gehuft, geschoben, gehoben, und indem einer huft, müssen alle hinter ihm auch zurückweichen. Göthe 29, 260.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1875), Bd. IV,II (1877), Sp. 1868, Z. 70.

hufer, m.

hufer, m.
thier mit huf, wendet die neuere naturgeschichte in den zusammensetzungen ein-, viel-, zweihufer an.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1875), Bd. IV,II (1877), Sp. 1869, Z. 23.

Im ¹DWB stöbern

a b c d e f g h i
j k l m n o p q r
s t u v w x y z -
honigteig hunger
Zitationshilfe
„hufe“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/hufe>, abgerufen am 22.10.2020.

Weitere Informationen …


Weitere Informationen zum Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)