Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

hufeisen, n.

hufeisen, n.
1)
eisen am hufe eines pferdes, esels u. s. w., mhd. huofîsen, huobîsen, hôbeisen (mhd. wb. 1, 756ᵇ): huefeisen, batum, babatum. voc. inc. theut. k 4ᵃ; auch uncorrect von einem hufbeschlag aus anderem metall (vgl. unten hufbeschlag 2):
die silbere hufeisen
des Pegasi.
Weckherlin 651;
wer ein hufeisen oder ein stück davon findet, hat glück. gestr. rockenphil. 2, no. 37; findet er ein hufeisen mit allen nägeln und nagelt es ob seiner hausthüre, so verbrennt das haus nicht. Wolfs zeitschr. 4, 48 (aus Schwaben); ein blinder findet auch ein hufeisen. Lehmann 112; er könte ein hufeisen verdauen. Düez 24; eines hufeisens willen verdirbt oft ein pferd. Simrock sprichw. 262.
2)
von einem gefallenen mädchen heiszt es bildlich, sie habe ein hufeisen verloren (vergl. auch unter eisen theil 3, sp. 365): sie hat ein hufeisen abgeworfen. Düez 32; einer vexirte eine dirne, so einem jungen gesellen zu nah gewesen und ein kind von ihm gezielet, sprechend, sie hätte ihr ein hufeisen von demselben abwerfen lassen, und das verloren. Dach kurzw. zeitvertr. 304; ein mensche, die vor wenig wochen ein hufeisen abgeleget. polit. hofmädgen 26. rheinisch einem die hufeisen abreiszen, sterben. Kehrein 203.
3)
hufeisen von gegenständen ähnlicher form:
a)
in der kriegskunst eine art von runden schanzen, die um die feldwerke gebaut werden. Jacobsson 2, 291ᵃ; rundes oder auch ovales werk zur bedeckung der thore. 6, 121ᵃ.
b)
in den glashütten irdene röhren, durch welche die öffnungen des glasofens über dem hafen in etwas verengert werden, um dadurch die hitze mehr oder weniger zusammen zu halten. 2, 291ᵃ.
c)
eine erdzunge in einem strome, die vorn breit und hinten schmal ist, auch ochsenhorn. ebenda.
d)
in Smyrna eine gewisse gattung weiszer und feiner leinwand, die aus Bengalen kommt, franz. fer de cheval. ebenda.
e)
eine art gebackenes in der form eines hufeisens. 6, 121ᵃ.
f)
eine pflanze, hippocrepis. Nemnich.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1875), Bd. IV,II (1877), Sp. 1868, Z. 12.

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Zitationshilfe
„hufeisen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/hufeisen>.

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