Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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hummen, verb.

hummen, verb.
summen, brummen, ein lautmalendes, und dialektisch verbreitetes wort, auch niederl. hummen, hemmen mutire Kilian; engl. to hum; niederd. hummen, summen, sausen, stridere Schambach 88ᵃ; hessisch hommen, hummen, vom brüllen des rindviehs, namentlich von dem tieftonigen brüllen desselben, dem brüllen nach futter. Vilmar 174; auch in den oberdeutschen mundarten nicht unbekannt, wie zum theil die folgenden belege erweisen. es wird gebraucht von dem summen der bienen und hummeln: die peinen ruoent in irm vaʒ des morgens in der mettenzeit, unz daʒ aineu under in zwir oder dreistund geprumt oder gehumt gegen dem liehten tag, als ain wahter, der mit aim herhorn prummet gegen dem tag. Megenberg 289, 15; sô eʒ an den âbent gêt, sô prumment si (die bienen) in dem vaʒ und daʒ prummen wirt ie klainer und klainer, unz aineu under in umb fleugt und hummet in der weis, als dâ si wecket des morgens. 290, 15;
das bienlein sumbt, die hummel humbt.
Eyring 2, 130;
kein mäuschen schleicht, kein käfer summt,
kein sperling zirpt, keine hummel hummt.
Wieland 18, 248;
vom summen der käfer:
(wir wollten) mit brumn und humn die meusz erschrecken
(worte eines groszen käfers).
froschmäus. 3, 3, 12 (Bbb 6ᵃ);
vom brummen eines bären und eines bösen weibes: wann das weib aber das maul hengt einer elen lang, und nicht eh lacht, es gehe dann ein dorf unter, oder lauft im hausz herum zu hummen und zu brummen wie ein danzbeer, und siehet aus wie ein nest voller eulen, da vergeht dem mann all lust und freud. Creidius 2, 9; von dem leise singen: etwas daher hummen (sive humsen), obscura voce canere, ut nutrices infantes gestantes solent. Stieler 865;
der rüstige jäger, sorglos
hummt er ein lied von den freuden der jagd.
Stolberg 3, 270;
hummen endlich auch hum machen, als einleitung zu einer überlegung (vgl. hum 1):
humm! hummt der triton, hier müssen wir uns dazwischen legen,
sonst giebts ein neues stiergefecht.
Wieland 4, 176 (n. Amadis 8, 8).
schweizerisch aber heiszt hummen ohrfeigen geben Stalder 2, 61 (so dasz es saust? oder dasz der kopf summt?), humme, ohrfeige; schwäb. homm, humm ohrfeige Schmid 286; im Fuldaischen homme Vilmar 174.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1875), Bd. IV,II (1877), Sp. 1905, Z. 10.

hummer, m.

hummer, m.
ein groszer seekrebs, cancer gammarus, vorzugsweise an den küsten Norwegens gefangen, daher der name, zufrühest altnordisch bezeugt (humarr Vigfusson 292ᵃ), dänisch schwedisch hummer, wahrscheinlich nur durch entlehnung südlicher gekommen, niederl. hummer, franz. homard; die Engländer sagen lobster, nach ags. loppestre, lopystre. griech. entspricht κάμμαρος, lat. cammarus seekrebs, nach Fick 347 von kamar krümmen;
wer kann rochen, kabbeljauen,
hummer, crocodillen, stör
ohn' ein furchtsam wundern schauen?
Brockes 1, 308;
die leber ist vom hecht, und nicht von einem hummer;
der erde Phöbus wacht, der meine liegt im schlummer.
Rost verm. ged. 24.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1875), Bd. IV,II (1877), Sp. 1905, Z. 52.

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Zitationshilfe
„hummen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/hummen>.

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