Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

humsen, verb.

humsen, verb.
summen wie eine hummel: bubire, vox apium, humsen, susen Dief. 82ᶜ; gleich wie die hammeln, das untüchtig faulfressig unzifer, so kein honig machen können, alles auffressen, was die fromen bienlin machen, on das sie mit iren flügeln, ja so sehr oder auch mehr scharren, sausen und humsen können, denn die rechten lieben bienen. Luther 6, 149ᵃ; der folgende beleg kann zu hummen oder humsen gehören:
also was hilfts dich, hurnaus thumm,
das du lang humst und prummst herum?
Fischart dicht. 2, 232 (kehrab 692).
von menschen: er hatte sich kaum ein wenig gewärmet, als er eine kleine discantgeige hervor zog, dieselbe stimmte, vor unsern tisch trate und eins daher striche, worzu er mit dem maul so artlich humset und quickelirt, dasz einer, der ihn nur gehört und nicht gesehen, hätt glauben müssen, es wäre dreierlei seitenspiel untereinander gewesen. Simpl. 3, 157 Kurz. mit dem folgenden ist wol leises singen gemeint (vgl.hummen): er thut nichts als humsen, il ne fait que bourdonner, il bourdonne sans cesse Rondeau 318. — Niederdeutsch ist die bedeutung von humsen eine sehr verschiedene, am nächsten stimmt noch laut schnarchen im schlafe; aber mausen, stehlen (wozu obersächsisches behumsen betrügen tritt), und im tanz nachlässig schlendern und hüpfen (Schütze 2, 171) liegen weit ab.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1875), Bd. IV,II (1877), Sp. 1910, Z. 49.

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Zitationshilfe
„humsen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/humsen>.

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