Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

hundskopf, m.

hundskopf, m.
1)
kopf eines hundes: cynocephali thier in Ethiopia wie affen mit hundsköpfen. Dasyp.; darnach kamen wir an die grosze leute mit hundsköpfen, so cynocephalia genannt werden. Rollenhagen wunderb. reisen (1717) s. 36; in vielen bergen aber sind auch menschen mit hundsköpfen, bekleidet mit der wilden thiere häuten, reden nicht, sondern bellen. s. 77; bergmännisches sprichwort: wer schweinsköpfe haben will, musz hundsköpfe dran setzen, das ist, wer verlag und ausbeute haben will, musz fleiszig und willig zubusze geben. bergw.-lex. 305ᵇ.
2)
träger eines hundskopfs: die paviane. ihr familienname ist auch hundskopf. Brehm illustr. thierl. 1, 73. hundskopf als schimpfname Bode T. Jones 3, 161; da ward Abner seer zornig über diese wort Isboseth, und sprach, bin ich denn ein hundskopf? 2 Sam. 3, 8.
3)
daher auch name von thieren, deren kopfbildung mit der eines hundes entferntere oder gröszere ähnlichkeit hat, einer haifischart, squalus carcharias, einer fledermausart, vespertilio vampyrus (sonst der fliegende hund), und einer schlange, boa canina; ferner pflanzenname von antirrhinum oronticum, orant, dorant, nach der gestalt ihrer samenkapsel. Nemnich.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1875), Bd. IV,II (1877), Sp. 1938, Z. 17.

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Zitationshilfe
„hundskopf“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/hundskopf>, abgerufen am 20.01.2022.

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