Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

hungersnoth, f.

hungersnoth, f.
1)
quälender hunger (eines einzelnen menschen):
sone heter keʒʒel noch smalz,
weder pfeffer noch salz:
sîn salse was diu hungernôt,
diuʒ (das erlegte wild) im briet unde sôt,
daʒ eʒ ein süeʒiu speise was.
Iwein 3279;
klagte dem wirte hungersnôt.
Parz. 142, 21;
gab mir al tag für hungersnoth
nicht mehr, als nur zwei stücklein brot.
J. Ayrer 341ᵈ (1711, 29 Keller);
voll angst ist dem sein herz, wer leidet hungersnoth.
pers. rosenth. 7, 20;
des müllers henn und wittwers magd,
hat selten hungersnoth geklagt.
Pistorius thes. par. 5, 30
ich jage (spricht der wolf)
nach einem bissen sieben tage,
die freiheit bringt mir hungersnot.
Gleim 3, 380.
2)
not des hungers (in einem ganzen bezirke): in hungersnot oder in hungers zyt, in fame Maaler 233ᵃ;
die ûʒeren sprâchen: hungersnôt
habt ir gedolt, ir armen (belagerten).
Parz. 209, 4;
unter dem käyser Honorio ist zu Rom eine solche grausame hungersznoth entstanden, dasz die menschen haufenweis einander angefallen. Schuppius 782;
(ich habe) die stadt in hungersnoth mit ostens korn gespeiset.
A. Gryphius 1698 1, 378;
hungersnoth am Nil.
Gotter 1, 63.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1875), Bd. IV,II (1877), Sp. 1949, Z. 21.

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hunger höllenstrasze
Zitationshilfe
„hungersnoth“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/hungersnoth>, abgerufen am 08.12.2021.

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