Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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hatz, m.

hatz, m.,
das substantiv zum verbum ahd. hazjan, nhd. hetzen, gebildet wie satz zu setzen, der neuern sprache fremd geworden. es sagt aus
1)
zunächst als technisches wort das hetzen, hetzjagd mit hunden: die hund sind auf dem hatz. weidw. 2, 135;
komm mit mir auf den platz,
auf den caninchenhatz.
Fleming 643.
danach: flöhhaz, weibertraz. titel eines gedichtes von Fischart.
2)
aber auch allgemeiner verfolgung des feindes, daher streit, kampf überhaupt (vergl. unter hetzen über den zusammenhang des wortes mit hasz):
da sich fuszknecht und reutersknabn
hetten verschanzet und vergrabn
gerüstet zu des krieges hatz.
H. Sachs 1, 505ᵈ;
ein weisz man soll gerüstet sein
wie ein kempfer, welcher allein
gerüstet steht auf dem kempfplatz
mit harnisch und schwerd zu dem hatz.
2, 2, 85ᵃ;
der Luther hat ghapt manchen hatz
mit dem endchrist und sim gesind.
Schade sat. u. pasqu. 2, 203, 227,
am andern ort fing an der hatz.
Wickram irr. bilg. 18ᵇ.
es heiszt sich in den hatz legen, geben, streit, kampf beginnen:
der trat mit im auf jenen platz
und legt sich mit dem hirsch in hatz.
B. Waldis Esop 1, 45, 14;
zu einem hanen kam ein katz,
und legt sich mit im in den hatz.
1, 61, 2;
bistu nun ein beherzter man,
so tritt hervor auf diesen platz
und leg dich mit mir in den hatz,
auf das es klar komm an den tag,
was du und ich an sterk vermag.
1, 82, 10;
am morgen kamens (zwei fechter) auf den platz,
legten sich zamen in den hatz.
4, 72, 26;
der sich zum erst gab offenbar
zu Leipzig mit im (Luther) in den hatz,
und thet ein heftig disputaz.
Schade sat. u. pasqu. 3, 120, 25;
aus dem hatz lassen: (herr Gitschart) wolt sich der sorg entladen, wäre gern aus dem staub gewichen, aber es was ze spaat, die nahe freüntschaft zwüschend im und dem jungen bischof seinem sun, darzu der alt gefasset unwill woltend in nit mer ausz dem hatz lassen. Stumpf 2, 355ᵇ.
3)
eifer, wetteifer: besorget er sich, ein ander sei auch im hatz, der darumb stech (ein mitbewerber um ein bisthum). S. Frank chron. (1531) 517ᵃ;
all wyl er aber ist im hatz,
und acht sy für den höchsten schatz.
Murner geuchm. E jᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1870), Bd. IV,II (1877), Sp. 560, Z. 15.

hutzen, verb.

hutzen, verb.,
nebenform zu hutschen sp. 1993, und in bedeutungen desselben.
1)
kriechen, rutschen: repere hutczin voc. Vratislav. ms. sec. 15.
2)
hutzen, reizen, locken:
sondern wolt in noch mutzen, hutzen
mit schelten, bochen und mit trutzen.
Fischart dicht. 1, 124, 35 Kurz.
3)
mit dieser bedeutung berührt sich hutzen für rennen, stoszen wie böcke, und rennen machen, ein vorzugsweise fränkisches wort (Schm. 1, 1195 Fromm.), das aber auch sonst sich findet, in der bedeutung auf einen feindlich losgehen: etwen verhengt gott über sölch menschen, die sich also von im keren zuͦ der welt, das sich ir die welt nit vermag, das inn kein freud noch muͦtwill zuͦ lieb würd und das die welt wider sy pfiset und pfutzt und uff sie hutzt. Keisersberg bilg. 119ᶜ; und das unter hürzen sp. 1972 auf andere verwandtschaft zurückgeführt werden muste. eine specialisierung der ersteren bedeutung von hutzen ist es wol, wenn voigtländisch, böhmisch hutzen (auch hûzen gesprochen) umherlaufen, auf besuch gehen heiszt; schon im 16. jahrh.: was spacieren und immer hutzen gehet .. das gibt selten gute hauszhalterin. Mathes. hochzeitpr. 25ᵃ; auch fränkisch, hutzen gehen, in alterius domo consortium quaerere Frisch 1, 480ᶜ: andere mundartliche formen werden bei Kuhn 17, 12 aufgeführt (doch mit unrichtiger etymologischer anlehnung).
4)
wieder ein anderes hutzen, rütteln, schüttern hängt mit hotzen und hotzeln sp. 1847 zusammen: ein vorster sol auch uf einen zun träten, und sol dreistund (dreimal) hutzen, und wo er bricht, da sol er demselben gebieten, des der zun ist, dasz er in besser mache. weisth. 1, 138 (canton Zürich, von 1484); erhutzen erschüttern: als das krütz zum dritten mal in dem stein erhutzt ist, dasz alle sine wunden wider ufbrachen. das grosze gebet 89.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1876), Bd. IV,II (1877), Sp. 2001, Z. 42.

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Zitationshilfe
„hutzen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/hutzen>, abgerufen am 24.10.2021.

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