Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

iahen, yahen, iahnen, verb.

iahen, yahen, iahnen, verb.
wie ein esel schreien; lat. rudere, griech. ὀγκᾶσθαι, ital. ragghiare, ragliare, franz. braire, engl. to hee-haw, to bray:
statt den menschen in den thieren
zu verlieren,
findest du ihn klar darin
und belebst als wahrer dichter
schaf- und säuisches gelichter
mit gesinnung wie mit sinn.
auch der esel kommt zu ehren
und yaht uns weise lehren.
das, was Büffon nur begonnen,
kommt durch Tischbein an die sonnen.
Göthe (an Tischbein) 2, 168;
bis der vorderste (esel) stillstand und fürchterlich zu iahnen anfing. Stolberg 10, 282. Ahd. amhd. sagte man luon. Hattemer 1, 261ᵇ;
der wilde esel luot niht vil,
wan sô er eʒʒen wil.
Karajan deutsche sprachd. 83;
mhd. lüejen, lüen u. a., gurren, brieschen (vgl. Stalder 1, 225):
die nahtegal dicke müet
swâ ein esel od ohse lüet.
Vrîd. 142, 10;
der esel gurret ûf den wân,
er wænet wol gesungen hân.
140, 7;
eʒ wænet manger singen wol,
des stimme hert ist unde hol,
und brieschet als der esel tuot.
Boner 82, 53.
im 15. jahrhundert begegnet vom schreien des esels bülken und lüzen. altdeutsche blätter 1, 152; Maaler 121ᵃ. 182ᵈ. 212ᵃ verzeichnet gigagen, hanen (s. 4², 431), rüchlen (vgl. Frisch 2, 123ᶜ), Diefenbach 502ᶜ auszer diesen noch geiren, kirren, ranken, welches letztere an das osnabrückische ransken (Strodtmann 179) erinnert; Stieler 594 führt gigagen, Rädlein igagen und ygaen auf.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1876), Bd. IV,II (1877), Sp. 2016, Z. 38.

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Zitationshilfe
„iahen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/iahen>, abgerufen am 07.08.2020.

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