Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

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ichen, verb.

ichen, verb.
1)
'ich' sagen, eine frage mit ich beantworten:
jüngst sprach ich: wer wil mich, ihr jungfern, von euch nehmen?
die sage dreimal ich, sie hat sich nicht zu schämen.
da ichten alle dummen.
Rothmann lust. poete 334.
2)
das ich stets im munde führen, immer von sich reden. Campe, mit dem diminutiv icheln und dem subst. ichler, egoist. nd. ikken Brem. wörterb. 2, 694.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1876), Bd. IV,II (1877), Sp. 2031, Z. 81.

ichen

ichen
[îchen] verb. eichen (vgl. theil 3, sp. 80). die älteste nachweisbare form dieses wortes ist ächten: ellü mas und ellü gewäge dü stant in der vier und zwenzigon gewalt eins ielichen dinges, und swenne si die gemaʒont und geähtint, so sun si sü eime empfelhen, swem sü went, und swer mit minre oder merre maʒe oder gewäge koufit oder verkoufit, der begat düpstal. Schreiber urkundenb. 1, 82 (von 1275); dieser form steht zunächst das aus dem osterlande (Lexer mhd. wb. 1, 1412) und aus Hessen (Vilmar 83) beigebrachte ichten: auch sal man zu allen ungeboten gerichten alle mosz, sie syn trogken adir nasz, die sal man brengen hir an dit gerichte, unde sal sie daran ichten. weisth. 3, 356 (Breitenbach in Hessen von 1467); man solt besichtigen alle masz trocken und nasz, und wo gebrech were oder funden worde, solt man dieselbigen vor gericht besichtigen und die ichten lassen. 376 (Salzschlirf von 1506); weiter ab schon eichten, hessisch (Vilmar a. a. o.), und nach dem subst. eichter, gewichteichter Schm. 1, 24 auch bairisch; mit verlust des inlautendem t entwickelt sich îchen und eichen: sal sin maisz (masz) laszin ichen zu allen ungeboden dingen (Franken von 1453); nd. iken, nnl. ijken, schweiz. îcha den keltereid schwören, neben îchta eichen Tobler 283ᵃ;
(ich) bit dich das du helfst mir
das mir mein teil auch werd gereicht
und in maszen recht gleich geeicht,
eim als dem andern ganz und gar.
fastn. sp. 78, 14.
diesem verlaufe der formen gegenüber läge es nahe, eine herleitung des wortes vom adjectiv echt legitim, unverfälscht zu vertreten und stufenweise verdunkelung der ältest belegbaren form ächten anzunehmen, wenn nur das adjectiv echt nicht ausschlieszlich niederdeutsch und mitteldeutsch und den obern dialecten unbekannt gewesen wäre (vgl. th. 3, sp. 20), während gerade der älteste beleg des verbums aus Freiburg im Breisgau stammt. ichen, eichen bildete früher auch starke formen: das part. praet. geeichen Michelsen rechtsdenkm. aus Thüringen 50; dasz .. alle und jede eychen (probationes mensurae aut ponderis) .. durch die geschworne eycher geychen und mit nägeln .. bezeichnet werden soll. Würtemb. herbstordn. (Stuttg. 1651) 7, § 10; der wein seie dann zuvor in ordentlichen eychen geychen und .. verzeichnet. 15, § 27.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1876), Bd. IV,II (1877), Sp. 2032, Z. 4.

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Zitationshilfe
„ichen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/ichen>, abgerufen am 06.08.2020.

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