Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

ihn

ihn,
acc. sing. zum pronomen er, vgl. theil 3, 682 fg., goth. ina, alts. ina und einmal inan (in welcher form vom demonstrativstamme i das accusativsuffix doppelt steht), ahd. inan (gekürzt nan), in und im falle der anlehnung auch ene und en (Merseburger zauberspr.), mhd. inen und gewöhnlich in; nhd. dauert neben dem gedehnten ihn, wofür im 16. jahrhundert noch in oder jn geschrieben, die vollste form ihnen fort, zum theil wechselnd mit dem häufiger in den ältern quellen erscheinenden ihne; die unter er gegebenen beispiele lieszen sich sehr vermehren: treffe es unsir ein an (einen von vier amtleuten, dasz er verklagt werde), so sollen die andern dry uber inen sprechen. treffe es unsir zwene an, so sollent die andern zwene uber ine sprechen. weisth. 1, 532 (Mainz, 15. jahrh.); wie Gurgelstrotza den Bittergrollinger könig Picrochol .. angriff, und ihnen nach erlegung seins volks ausz dem land pfiff. Garg. 264ᵇ (ihne begegnet daselbst häufiger, z. b. auch 159ᵇ. 241ᵇ); bemerkenswert ist ein heutiges ihnen eum, das mit nachdruck für ihn steht und nur der volkssprache angehört: auf die annonce meines mannes bemerke ich, dasz derselbe keine frau ernähren kann und nicht einmal credit hat, trotz seinem gehalt als bahnwärter, da ich ihnen ernähren musz von meinem wenigen taglohn. Hallisches tageblatt 1866 s. 1524. — Über die nhd. kürzung en, n im falle der anlehnung vgl. theil 3, 685; so hab ichn mir immer von klein auf vorgestellt. Claudius 1 u. 2, xii.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1876), Bd. IV,II (1877), Sp. 2048, Z. 60.

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Zitationshilfe
„ihn“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/ihn>, abgerufen am 11.08.2020.

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