Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

ihre

ihre,
nur in der verbindung ihre sein, ihr zugehören, die abgeschwächte form des ahd. genit. sg. fem. irâ und des gen. plur. irô, wie sein mit prädicativem genitiv die zugehörigkeit ausdrückt: des herrn sein, des todes, des teufels sein. gramm. 4, 654; wan gotes rîch ist ir. theol. deutsch 51; vgl. auch unten ihren no. 3, und ihro 2. erst mitteldeutsche, vorzüglich obersächsische schriftsteller des vorigen jahrh. nehmen dieses ihre aus der volkssprache auf, gewöhnlich im falle der anrede: dieses geld soll mit der bedingung ihre, dasz sie sich nicht dafür bei mir bedanken. Gellert 3, 170; die andrienne ist so gut als ihre. 411; sie wollen es nicht abwarten? gut! der schade ist ihre. Lessing 1, 293; fordern sie noch mehr, als das dokument; mein halbes vermögen ist ihre. 302; die dose soll ihre sein? 335; der gröszte schade dabei ist ihre. 367;
ach, sprach der gönner ganz erfreut,
nun kenn ich sie; das amt ist ihre.
Gellert 1, 174;
nein, sprach der wackre mann,
nunmehr soll dieses amt nicht ihre.
ebenda;
so lang die tasche noch
das biszchen geld verwahrt,
ach! da ist alles ihre.
Göthe 11, 136.
derselbe wagt von diesem ihre einen comparativ: Stella ist schon ihre, wird durch das schreiben immer ihrer. an Johanna Fahlmer (der junge Göthe 3, 72).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1876), Bd. IV,II (1877), Sp. 2054, Z. 37.

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Zitationshilfe
„ihre“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/ihre>, abgerufen am 10.08.2020.

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