Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

iltis, m.

iltis, m.
mustela putorius (bei Nemnich auch neutr.). der name dieses thieres schwankt bedeutend in der form: ahd. illitiso (Graff 1, 238) und elledis (Schm. 1, 60 Fromm.), mhd. eltes, iltis, und elteis, alteis, iltig, eltechs (vgl. Megenberg s. 516 Pfeiffer), letztere form vielleicht an dachs angelehnt, ein verwandtes elnte, ellentes, elintisel, heltenze ist auf die hyäne gewendet, vgl. Lexer wb. 1, 541. Dief. 277ᵃ, wie auch in dem MS. 2 der Lüneburger ritteracademie nach Gödekes mittheilung sich die glosse hyena ilteis findet; nhd. nach den landschaften verschieden: bair. elledeis (Schm. a. a. o.), in Tirol ilkes (Fromm. 6, 157), in Kärnten eltas (Lexer 148), rhein. eltes (eltes, viverra, silvestris mustela Alb. hh 2ᵃ); nassauisch ilser, elser (Kehrein 127), düringisch ilte (Rüling beschreibung von Nordhausen 16), obersächsisch iltnisz (Fleming teutsch. jäger 1, 147ᵇ. 399ᵃ), auch im östr. Schlesien und Böhmen iltnis, eltnis, am böhm. Erzgebirge nelkens (Fromm. 5, 474); migale eltnys Dief. mlat.-hochd.-böhm. wörterb. 182; schles. ilster (Steinbach 1, 810 als neutr.), in Niederdeutschland ilk, ülk, elk, illink, ullink (Fromm. 2, 319. 5, 149), sonst auch elske, elbthier, elbkatze, ellenkatze (Nemnich 3, 676); im Bernbiet däs, däsen (Stalder 1, 269); schwed. iller, dän. ilder. die betrachtung dieser verschiedenen formen lehrt, dasz wir es mit einem verdunkelten compositum zu thun haben, dessen beide theile il und tis auch selbständiges leben, theils in weiterbildungen, entfalteten. was den letzten theil anbetrifft, dessen vollere form teis, deis war, so ist zur erklärung an deisen schleichen, leise gehen (2, 914) gedacht, in dem ersteren aber zusammenhang mit mythischen vorstellungen vermutet worden (vergl. unter ellendeis theil 3, 411), was die deutliche anlehnung des ersten compositionstheiles an elb und der weitere name des thieres teufelskind (Nemnich a. a. o.) stützt. Der iltis, als gefährlicher feind der hennen, wird gefürchtet: der eine von ihnen hatte bösen leumund wegen allerlei, und sah ihn und den iltis niemand gern auf seinem hof. Hebel (1838) 3, 16; sein fell wird verwendet:
seine schläfe
schüzet ein lederner helm von einem felle des iltis.
Stolberg Il. 10, 326;
der gestank dieses thieres wird betont: alle geschlächt der wiselen, so sy mit zorn gereizt, schmöckend stark und stinkend, vorausz der iltis, dennethar er bei den Latineren den nammen bekommen hat. Forer thierb. 152ᵃ; iltis, schimpfname für ein weib (vgl. iltisbalg):
du iltis, das ich dich solt zerreiszen,
nun hast du je ein eisen verrend (abgelaufen)!
H. Sachs 1, 479ᶜ.
Ein vornehmlich indisches thier, manis pentadactyla, das kurzgeschwänzte schuppenthier, heiszt auch der gepanzerte iltis. Nemnich 3, 503.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1876), Bd. IV,II (1877), Sp. 2061, Z. 25.

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Zitationshilfe
„iltis“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/iltis>, abgerufen am 13.05.2021.

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