Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

immerdar, adv.

immerdar, adv.
das durch das adverbium dar, mhd. dare dar (mhd. wb. 1, 307ᵃ), welches auch eine zeitliche bewegung ausdrückt, verstärkte immer seit dem 16. jahrh. häufig begegnend: yemerdar, allwäg, semper, perpetuum, perpetuo, perenne, noctes atque dies Maaler 509ᵈ. Es steht, wie immer,
1)
zur bezeichnung einer zeitdauer, deren künftiges endziel nicht abzusehen ist: auf welch land der herr dein gott acht hat, und die augen des herrn deines gottes jmerdar drauf sehen, von anfang des jars bis ans ende. 5 Mos. 11, 12; er (der gottlose) feret fort mit seinem thun jmerdar. ps. 10, 5; werde bleiben im hause des herrn jmerdar. 23, 6; ich wil den herrn loben alle zeit, sein lob sol jmerdar in meinem munde sein. 34, 2; ich wil nicht jmerdar haddern, und nicht ewiglich zörnen. Jes. 57, 16; danket im alle, denn er ist gütig und hilft jmerdar. Judith 13, 21; was er bescheret, das gedeiet jmerdar. Sir. 11, 16; gib uns unser teglich brot jmerdar. Luc. 11, 3; gib .. das sich auch desselbigen (gottes) namens erkäntnis und herrligkeit immerdar mehr und mehr auszbreite. Schuppius 439;
dein zeugnis, herr, besitz ich immerdar.
Opitz psalmen s. 233;
mein liebchen sollst immerdar bleiben.
Bürger 61ᵇ;
formelhaft immerdar und ewig, in perpetuum Steinbach 1, 255; in der formel nun und immerdar der gegenwart entgegengesetzt:
alles leid und misbehagen,
jede sorge, jede last
wär ich ganz allein zu tragen
nun und immerdar gefaszt.
Bürger 6ᵃ.
2)
gern in verbindung mit der praep. auf:
ein einzger blick zeigt ihm, was er besessen,
zeigt ihm, was er auf immerdar verloren.
Schiller Carlos 1, 4;
D. ists vorbei
mit seinem glück? Buttler. vorbei auf immerdar.
Wallensteins tod 5, 2;
er ist
dahin, ist fort auf immerdar.
Tell 4, 2.
3)
immerdar auf eine schon abgeschlossene vergangenheit sich beziehend (wie immer 7 sp. 2070): da aber der herr sahe, das der menschen bosheit gros war auf erden, und alles tichten und trachten jres herzen nur böse war jmer dar. 1 Mos. 6, 5; auferzogen in den worten des glaubens und der guten lere, bei welcher du jmerdar gewesen bist. 1 Tim. 4, 6; ich bin vor (zuvor) yemerdar darmitt umbgangen, usque dudum id egi. Maaler 509ᶜ; nun hab er immerdar lust gehabt zu der teutschen poesi, und hab exercitii gratia diese lateinische pasquill in teutsche vers bracht. Schuppius 254.
4)
immerdar, von einer oft oder regelmäszig wiederholten handlung (vgl. immer 10 sp. 2071): ich merke, das dieser man gottes heilig ist, der jmerdar hie durchgehet. 2 kön. 4, 9; denn du hast jmerdar dein joch zubrochen und deine bande zurissen. Jer. 2, 20; yemerdar, oder merteils wandlende, peregrinabundus. Maaler 509ᵈ; das kumpt mir yemerdar wider inn sinn, ich kan desse nit vergässen, recursar hoc animo. ebenda.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1876), Bd. IV,II (1877), Sp. 2073, Z. 31.

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Zitationshilfe
„immerdar“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/immerdar>, abgerufen am 12.08.2020.

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